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Dominikanische Republik: Kinderarbeit, oder nur korrupte Behörden?

  • Kategorie: News

Bildschirmfoto 2019 07 03 um 1.39.07 PMJuan Dolio.- 8jährige musste bis zu 12 Stunden in einer Bar in Juan Dolio arbeiten. Zur Arbeit wurde sie gezwungen, sie musste alkoholische Getränke servieren. Die Polizei fand Spielzeug und Unterwäsche des Mädchens vor Ort - sexuellen Missbrauch konnte man nicht bestätigen. So zu lesen in einem deutschen Magazin, einmal mehr schlecht recherchiert und ins Horn der dominikanischen Presse geblasen.

Wie schon so oft in der Vergangenheit, wenn sich korrupte Behörden einen Farmer oder einen Rentner als Ziel gesucht haben und die dominikanische Presse berichtet,  übernimmt das deutsche DR Magazin die Meldungen. Schade, dass man mit einem lokalen Berichterstatter vor Ort (in der DR) nicht besser recherchieren und informieren kann. Darum nun einmal die andere Seite der bösen Geschichte mit dem Mädchen in Zwangsarbeit.

Der Begriff „Bar“ klingt schon im Zusammenhang mit „musste alkoholische Getränke servieren“ sehr anrüchig. Die Bar ist jedoch ein Restaurant, genauer: eine Pizzeria, ein italienisches Speiselokal Der Eigentümer ist Italiener, mit doppelter Staatsbürgerschaft. Stefano heißt der Mann, der von Ortsbewohnern als ein guter Vater beschrieben wird. Er hatte sich als Vater nicht nur um seine Tochter zu kümmern, er musste auch das Restaurant betreiben. Das zu koordinieren bedeutet: die Tochter musste sich im Restaurant und der Nähe aufhalten, denn Stefano, so der Name des Vaters, ist Alleinerziehender.

Weiter wird berichtet, dass im Lokal sehr wenig zu tun ist, kaum Gäste anwesend sind. Von harter, 12 stündiger Arbeit kann also gar nicht die Rede sein, eher: Während der Öffnungszeiten war das Mädchen vor Ort, so kam der Vater beiden Dingen nach, seiner Aufsichtspflicht als Vater und seiner Verantwortung als Wirt und Pizzabäcker. Weiter berichten Nachbarn, dass das Mädchen immer in der Nähe mit andere Kindern spielte. Darum also fand man im Restaurant das Spielzeug. Und Unterwäsche? Das zeigt, der Vater achtet auf die Hygiene seiner Tochter, beim Spielen macht man sich auch mal schmutzig, schwitzt. Da ist es ratsam, Wäsche zum Wechseln ebenfalls vor Ort zu haben.

Sicher hat das Mädchen keine Zwangsarbeit geleistet, schon gar nicht über einen langen Zeitraum, denn wie schon erwähnt, es gibt kaum Gäste. Der Mann muss also hart kämpfen, um zu überleben. Da ist die Tochter vielleicht auch ganz allein darauf gekommen, dem Vater mal zu helfen, oder wurde vom Vater gebeten, dem Gast ein Glas Wein oder ein Bier zum Essen zu bringen. Das ist nicht als Zwangsarbeit zu beschreiben, sondern als Hilfe innerhalb der Familie.

Naheliegender ist, dass hier ein korrupter Staatsbeamter die Chance sieht, wieder Geld aus dem Fall zu ziehen. Der Vater wurde bereits vom Untersuchungsrichter zu einer 3 monatigen U-Haft verurteilt, eine weitere Verhandlung steht heute an.

Falschmeldungen scheinen dem deutschen Magazin zu liegen. So berichtete man über einen deutschen Farmer (der eigentlich Schweizer ist), dass er inhaftiert wurde, weil er wild und ohne Genehmigung Bäume gerodet habe, ein schwerer Verstoß gegen das Umweltgesetz. Neben der falschen Nationalität war auch alles andere falsch berichtet worden. Der Farmer musste roden, denn sein Land war von einem Pilz befallen (Roya). Die gesamte Plantage war in Gefahr, also musste das „erkrankte Gebiet“ gerodet werden, wurde dann ja auch anschließend wieder neu aufgebaut (ein Farmer lebt ja nicht von Ödland). 

Fakt war auch hier: ein kleiner korrupter Umweltbeamter dachte, er könne hier Profit schlagen, den Farmer unter Druck setzen, eine hohe Geldstrafe erzwingen Der Fall war innerhalb 2 Tagen erledigt.

Oder der Fall eines deutschen Rentners, der zu 5 Jahren Haft verurteilt wurde, wegen sexuellem Missbrauch mit Minderjährigen, Herstellung pornografischen Filmmaterials. Fakt auch hier, und alle Zeugenverhöre und Unterlagen wurden der Redaktion des Magazins übermittelt, nebst Kontakt zum Beschuldigten, aber wurden nie berücksichtigt. Man hat lieber die SChlagzeile übernommen, statt den klaren und vrliegenden Beweisen nachzugehen.

Der Angeklagte und in U-Haft sitzende Deutsche war zuvor schon wegen der gleichen Vorwürfe von Interpol abgeholt worden und sollte in Deutschland verurteilt werden. Dort jedoch stellte man schnell fest, dass es keinerlei Beweise gab, nur Vermutungen und Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft. Es folgte umgehend der Freispruch und der zu Unrecht Beschuldigte kam wieder ins Land, wo er Grundbesitz hatte und mit seinem Sohn lebte.  

Diese Staatsanwältin aus der DomRep hatte dem Deutschen zuvor angeboten, gegen eine hohe Geldzahlung von einer Anzeige abzusehen. Der Deutsche war sich keiner Schuld bewusst, zahlte nicht und wurde dann überrascht von der Anklage, sich mit minderjährigen Haitianerinnen sexuell amüsiert zu haben. Fakt ist, der Mann hatte eine sehr junge Frau (18 Jahre), noch dazu eine Haitianerin. Für die Dominikaner oft ein rotes Tuch, zumal dann, wenn der Deutsche Vermögen hat und einer Haitianerin es deutlich besser geht, als vielen dominikanischen Nachbarn. Am Ende war das Urteil (5 Jahre Haft) nie bestätigt worden und begründet, was eine Notwendigkeit ist, um es auch zu vollstrecken. Der Angeklagte ist mittlerweile in Freiheit. Ein Opfer der Justiz, von dem deutschen Magazin jedoch als sexueller Straftäter hingestellt.

Foto: Archivaufnahme von der Plaza Oasis