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Kanadischer Investor beklagt Betrug in der Dominikanischen Republik

  • Kategorie: News

Bildschirmfoto 2018 05 21 um 1.29.44 PMDie Dominikanische Republik wirbt intensiv um Anleger, vornehmlich für den Tourismussektor, aber auch im Bereich Landwirtschaft, Energie, Telekommunikation und Bergbau findet man millionenschwere Unternehmer aus dem Ausland. Diese lockt man mit Steuervorteilen und bietet ihnen eine juristische Sicherheit. Leider, zwischen Worten und Taten liegen manchmal nicht nur Welten, sondern Universen.

Man erinnert sich noch an die italienische Hotelkette, welche gleich 2 Hotels bei Barahona bauen wollte, insgesamt mit 1000 Zimmern. Dort gibt es eine bekannte Thermalquelle, man wollte diese nutzen und das erste Thermalhotel in der Karibik errichten. Man sprach vom Gesundheitstourismus, von der Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner und vor allem der Schaffung von Arbeitsplätzen, verbunden mit der Belebung des Tourismus, der im Südwesten nicht in Gang kommen will.

Mehr als 8 Jahre machte die Hotelkette Studien, prüfte immer wieder die Wassertemperaturen und Qualität der Thermalquelle. Dann endlich war man sich sicher, hier blüht eine sichere Zukunft im Tourismus. Die Regierung machte einen Pachtvertrag, denn es handelte sich um Regierungsland und per Gesetz darf es nicht verkauft werden, erst wenn in drei Regierungsperioden der Verkauf von der jeweiligen Regierung bestätigt wird, kann der Verkauf vollzogen werden.

 Also gab es einen Pachtvertrag, mit Kaufoption nach 12 Jahren. Die Hotelkette legte viel Geld hin, konnte jedoch nicht mit dem Projekt beginnen! Das Land war besiedelt worden von Kleinbauern, natürlich illegal. Die Landwirte räumten das Gelände nicht, die Regierung unternahm ebenfalls nichts, so stand das Unternehmen da, mit Land welches besiedelt war und eine Bebauung unmöglich machte.

Der Fall war offensichtlich, man wollte Entschädigungen erzwingen, doch das Hotelunternehmen strich die Segel, man habe gültige Verträge und werde keinesfalls mehr zahlen. Somit gibt es weder ein Thermalhotel, Arbeitsplätze wurden nicht geschaffen und die Lebensqualität verbesserte sich auch nicht. Das war nur ein Fall, derer gibt es viele.

Zum Beispiel meldet sich nun ein Millionär aus Kanada zu Wort. Investor Raoul Boisse hatte ein touristisches Projekt geplant, in Las Cañitas, bei Sabana de la Mar, sollte eine Familienoase für Rentner und Pensionisten entstehen. Ältere Menschen sollten hier ihren perfekten Traum vom Lebensabend in der Karibik leben, für den Anleger Boisse wurde es zum Albtraum in der Dominikanischen Republik.

Der kanadische Unternehmer hat sich nun mit einem offenen Brief erneut an die Generalstaatsanwaltschaft und den Regierungspräsidenten Danilo Medina gewandt, bittet um Hilfe in dem Fall, der laut Boisse ein klarer Betrug ist. Im Glauben an die Sicherheit und juristische Gerechtigkeit hat der Mann Land gekauft, für sein Projekt. Nach dem legalen Erwerb des Grundstücks traten Probleme mit den staatlichen Einrichtungen (Registro de Titulos), den Verkäufern des Lande und den Gerichten auf. Wie der Investor belegt, hat er viel Geld für Anwälte ausgegeben um seine Unterlagen zu erhalten, welche den rechtmäßigen Besitz des Landes auf seinen Namen bestätigen. Der offene Brief ist adressiert an Lic. Danilo Medina (Regierungspräsident der Dominikanischen Republik), Jean Alain Rodriguez Sanchez (Generalstaatsanwalt) und Dr. Mariano German (Präsident des Obersten Gerichtshofes), der Brief lautet wie folgt:

>Vor elf Jahren habe ich 352.000 Quadratmeter Land, am Meer gelegen, in der Gemeinde Las Cañitas in Sabana de la Mar, gekauft. Das Land war vermessen und es gibt einen topografischen Plan, mit der Absicht das Land zu bebauen, mit einem touristischen Projekt für pensionierte Ausländer. Ich habe für den Kauf 9 Millionen RD$ in Bar an die Brüder Elativ Castillo und Ruben Dario Castillo bezahlt, wie auch die Steuern an die Finanzbehörde DGII entrichtet und meine Unterlagen beim Registro de Tierra am 26. März 2008 eingereicht. In der Folgezeit haben die ehemaligen Eigentümer Castillo einen Teil der Strandgrundstücke, die wertvollsten meines Gesamtgrundstücks, an den Nachbarn Radhamms Cordero verkauft.

Dieser neue Käufer hat mit seinem Anwalt einen Widerspruch beim Grundbuchamt eingelegt, gegen meine Besitzansprüche. In den kommenden 10 Jahren haben die vermeintlichen Käufer alle axiomatischen Widersprüche und Gesetze der dominikanischen Justiz benutzt um zu verhindern dass ich meinen Kauf registrieren kann, man hat mich sogar richterlich beschuldigt, dass ich mehrere Dokumente um Kauf des Grundstücks gefälscht habe. Mehrere juristische Verhandlungen erstreckten sich über zwei Jahre, mit Tricks, Lügen, vermeintlichen Bestechungen einflussreicher Politiker der Zone hat man alles versucht, bis am Ende ein Gericht in Higüey die Echtheit meiner Dokumente bestätigt hat.

Der Fall hat mehrere Gerichte des Landes beschäftigt, es wurden Millionen Pesos für Anwälte ausgegeben und wenn ich glaubte, das Ende des Prozesses erreicht zu haben und mit dem Projekt beginnen kann, tauchen vermeintliche Hypotheken mit vermeintlichen notariellen Schuldscheinen über 2 Millionen RD$, unterzeichnet von meinen Verkäufern, den Gebrüdern Castillo auf, bei einer Frau aus Higüey, die Schuldscheine an einen Strohmann versteigert hat. Die Aktion war geheim, ohne mich oder meine Anwälte zu informieren, dabei wurden dominikanische Gesetze verletzt.

Nach wie vor verweigert das Gericht die Registrierung des Landes auf meinen Namen. Man hat sogar das Land in 8 Parzellen aufgeteilt und an Personen verkauft, diese sogar darüber informiert, dass es Widersprüche und gerichtliche Konflikte zum Besitzanspruch des Landes gibt. Vor etwa 18 Monaten habe ichdicht mit dem Staatsanwalt Dr. Bolivar Sanchez getroffen und dieser hat mir versichert, den Fall zu lösen. Jedoch hat der Staatsanwalt von Hato Mayor den Fall übernommen, hat sich aber nicht die Zeit genommen, den Fall zu studieren, um festzustellen, wer mir 25 Millionen RD$ gestohlen hat, wer schuldig ist an diesen zahlreichen Gesetzesübertretungen. Als ausländischer Anleger in der Dominikanischen Republik habe ich an die juristische Sicherheit geglaubt und bitte Sie, die Ermittlungen in meinem Fall zu vertiefen um die vielfältigen Verletzungen der Gesetze unabhängig zu erforschen und mir mein verfassungsmäßiges Recht gewähren, das Eigentumsrecht der von mir gekauften Erde anzuerkennen.

Ich verfolge nur mein Recht, meinen Eigentum wiederzuerlangen und das touristische Projekt weiter zu entwickeln, welches eine Investition von 150 Millionen USD mit sich bringen wird und hunderten von Dominikanern in der Zone zugute kommen wird. <

(Anmerkung der Redaktion: es folgen weitere Bitten des Briefeschreibers Raoul Boisse, der auf Hilfe bei den kommenden Verhandlungen hofft, an die Adressaten des Schreibens)

Bericht eingesendet von unserem Leser Werner V.