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Dominikanische Republik: Umweltverbrechen in Cabarete an der Tagesordnung

  • Kategorie: News

Bildschirmfoto 2018 04 30 um 4.06.43 PMCabarete.- Es ist ein beschaulicher Ort im Norden der Dominikanischen Republik, bekannt vor allem wegen seiner steten Winde und Wellen. Das lockt Surfer aus aller Welt nach Cabarete, wo sogar jedes Jahr mehrere Weltmeisterschaftstitel vergeben werden. Im Hinterland gibt es Höhlen, unterirdische Seen und Lagunen, ein perfektes Ökosystem.

Es gibt dazu gewinnsüchtige Unternehmer, gewissenlose Umweltsünder und eine Menge korrupter Politiker, die sich alle Mühe geben, das Öko- und Surferparadies zu zerstören. Aus dem Fluss, der normalerweise Sand an die Küste spült, wird genau dieser Sand als Baumaterial in unkontrollierten Mengen abgebaut. Die Folge sind schwere Stranderosionen in einigen Küstenbereichen von Cabarete. Die Bauhöhe von Gebäuden wird regelmäßig überschritten, die Folge ist auch hier nicht harmlos! Die Winde, für die man bekannt ist und die tausende von Sporttouristen nach Cabarete locken, werden in ihrer Strömung abgeleitet. Der Surfspaß nimmt immer mehr ab.

Dann gibt es noch das Umweltgesetz 305-68, es verbietet feste Bauten entlang eines Küstenstreifens von 60 Metern. Diese Vorschrift wurde ebenfalls, teils von namhaften Hotelunternehmen wie Lifestyle aus Puerto Plata, missachtet. Dieses Verbrechen setzt sich nun auch in der jüngsten Zeit fort, unter den Augen des Umweltprovinzdirektors in Puerto Plata.

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Ebenfalls gesetzlich geregelt ist der Abstand von Zugängen an öffentliche Strandabschnitte, doch ich dies interessiert in der Provinz Puerto Plata keinen Funktionär, so werden dem Volk immer mehr Zugänge verweigert, weil andere Unternehmen private Interessen verfolgen. Nun könnte man ja wohlwollend sagen: wer gut schmiert, der gut baut! Leider kann man das nicht mehr so sehen, denn neben den Umweltverbrechen setzt man nun das Leben von Menschen aufs Spiel. Die Klimaveränderungen haben in letzter Zeit immer wieder gezeigt, dass der Atlantik aufbraust, sich mit gewaltigen Wellen an der Küste zu schaffen macht. Dies ist nicht nur in Cabarete zu beobachten, sondern entlang der gesamten Nordküste, in Las Terrenas wurden schon Strandrestaurants weggespült, sie standen zu nahe am Meer.

2017 zogen zwei Orkane entlang der Nordküste (Hurrikan Irma und Hurrikan Maria). Beide haben das Wasser ins Land getrieben, viele Projekte (Straßen und Gebäude) wurden teils schwer beschädigt. In Cabarete wird derweil fleißig gebaut, obwohl die Mitarbeiter vom Umweltministerium und Tourismusministerium die Aufgabe und Pflicht hätten, hier die Bauten einzustellen. Man hat wohl genug kassiert um hier mit Blindheit einfach die Umweltverbrecher weiter gewähren zu lassen. Das schadet nicht nur der Natur, schon bald wird auch der Tourismus einbrechen, Surfer werden sich andere Surfreviere in der Welt suchen und Urlauber werden kaum das Risiko eingehen, sich zu nahe ans Meer zu begeben. Wer als Investor hier sein Geld anlegt, dem kann man nur wünschen, dass die Gier mit einer Flutwelle belohnt wird.