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Dominikanische Republik: Haiti bekommt wieder ein eigenes Heer

  • Kategorie: News

Bildschirmfoto 2018 04 01 um 8.13.29 PMPuerto Principe.- Mehr als zwei Jahrzehnte gab es in Haiti kein Heer mehr. 1995 wurde das Heer vom damaligen Präsidenten Jean Bertrand Aristide, der durch einen Staatsstreich an die Macht kam, abgeschafft. Die Sicherheit oblag der Nationalpolizei. Nach einem weiteren Aufstand musste Aristide sich ins Asyl flüchten, die UNO entsandte die sogenannten „Blauhelme“ nach Haiti.

Die Blauhelmsoldaten übernahmen die Sicherheitsaufgaben im ärmsten Land der amerikanischen Hemisphäre. Neben politischer Ungerechtigkeit und Ausbeutung wurde das Land von einem Katastrophenbeben im Jahr 2010 und einem Hurrikan (2016, Matthew) heimgesucht. Dem eigenen Militär wollte man nach den zuvor gemachten Erfahrungen kein Vertrauen schenken.

Regierungspräsident Jovenel Moïse erklärte bei einem Akt der Einweihungszeremonie, dass die haitianische Marine bereits einsatzfähig ist und dem Volk dienen kann. Moïse ließ nicht unerwähnt, dass die Geschichte des Heeres im Land bei vielen Bürgern negative Erinnerungen wecke, aber dieses Mal seien die eigenen Streitkräfte eine neue Form der Verantwortlichkeit zeigen. Zur Zeit besteht das Heer aus 150 Soldaten, diese wurden zuvor in Ecuador ausgebildet.

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Die Soldaten und die Marine sollen beim Straßenbau und Brückenbau ebenso helfen wie beim Bau von Stauwerken. Bis zu 5.000 Soldaten will Haiti einstellen. Das Volk hat nach wie vor nicht vergessen, welche Taten das frühere Heer ausgeübt hat. In der Zeit unter Papa Doc, Francois Duvalier in den 50 er Jahren, wurden zwischen 20.000 - 30.000 Menschen unterdrückt und wurden vermisst. Viele Morde sind bis heute nicht aufgeklärt worden. Beim Sturz der damaligen Herrschaft 1991 hat das Heer mindestens 4.000 Menschen getötet. Dies war der Grund, warum Aristide 1995 das Heer abschaffen ließ.