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Dominikanische Republik: Haitianer besetzen das Land

  • Kategorie: News

Screen Shot 2017 03 11 at 3.52.55 PMPedernales, Higüey.- Betrachtet man die immer wiederkehrenden Schlagzeilen der vergangenen Jahre, dann müsste das gesamte Militär der Dominikanischen Republik im Grenzgebiet zu Haiti im Einsatz sein. Seit dem Katastrophenbeben in Haiti, im Jahr 2010, berichtet man immer wieder von Invasionen durch illegal einreisende Haitianer. Dieser Ansturm von illegalen Einwanderern soll verhindert werden durch verstärkte Grenzkontrollen, immer wieder ist davon zu lesen. Berichtet wurde auch von der Deportation tausender Haitianer.

Nun aber liest man von einer pazifischen Besetzung der Dominikanischen Republik durch Haitianer. Historiker und andere Persönlichkeiten patriotischer Vereinigungen warnen vor zahlreichen Haitianern, welche das Land besiedeln. Wie passt das zusammen? Eine Invasion durch illegale Einwanderer, wenn doch die Grenzen so streng kontrolliert werden und noch dazu jede Menge Abschiebungen stattfinden? Das lässt nur die Vermutung zu, dass bei den Kontrollen an der Grenze erhebliche Löcher existieren, Löcher, die durch korrupte Grenzsoldaten bewacht werden.

Der Aufruf der Patrioten, nach mehr Grenzbewachung, ist also wenig sinnvoll. Vielmehr sollte man kontrollieren, dass die Korruption ein Ende nimmt! In Pedernales berichtet man von einer Besiedlung der Grenzstadt durch Haitianer. Die arme Provinzstadt im Südwesten der Dominikanischen Republik hat nicht viel zu bieten, vor allem kaum Arbeit. Um nicht in Armut zu sterben, verließen zahlreiche dominikanische Familien die Region, suchen ihr Glück in der Hauptstadt und in anderen Regionen des Landes.

Zurückgeblieben sind Grundstücke und Hütten, auch Häuser. So zum Beispiel 102 Häuser die einst von Ex Präsident Joaquin Balaguer in einer Bergregion gebaut wurden, in der Gemeinde Mencia. Seit Jahrzehnten lebten hier Dominikaner, heute sind hier fast nur Haitianer anzutreffen. Die Häuser sind baufällig, Dominikaner hatten Angst dass man von einstürzenden Dächern erschlagen wird. Nun wohnen in diesen, vom Einsturz bedrohten Unterkünften, haitianische Landarbeiter. Sie arbeiten auf Kaffeeplantagen und in der Viehzucht.

Auch in anderen Gemeinden nimmt die haitianische Präsenz immer mehr zu, so in Las Mercedes, Oviedo, La Colonia und La Palma. Rund 70 % der Bevölkerung sind hier schon Haitianer, man ruft nun die Regierung und bittet Präsident Danilo Medina die Zone vor der Invasion illegaler Haitianer zu befreien.

Es wird beklagt, dass weder Tourismusminister Francisco Javier Garcia, noch der Agrarminister Angel Estevez sich um die Situation der haitianischen Überbevölkerung kümmern, ebenso wenig das Dominikanische Agrarinstitut (IAD). Offiziell gilt eine Gesetzgebung, nach dieser darf der Ausländeranteil von Beschäftigten bei einem Unternehmen nicht über 20 % liegen. Doch gerade im Bau- und Agrarsektor ist gerade dies nicht der Fall.

Der Senator von Pedernales, Dioni Sanchez, der die Misere der Haitianereinwanderung beklagt, sieht sich zudem einer anderer Meinung gegenübergestellt. Provinzstatthalter Cruz Adan Heredia Perez spielt die Einwanderung herunter und behauptet, dass gerade in Grenzgebieten die Situation speziell sei. Am Tage kommen viele Haitianer in die Dominikanische Republik um zu handeln, darum habe man den Eindruck, es gäbe viele Einwanderer. Die meisten jedoch sind am Abend wieder in ihrem Heimatland, so der Gouverneur.