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Haitianer lehnen Staatsbegräbnis für Baby Doc ab

  • Kategorie: News

Martelly - DuvalierDie Nachricht vom Tod des ehemaligen Diktator löste gemischte Reaktionen in der haitianischen Bevölkerung aus, die Mehrheit aber ist der Meinung, dass er ein Staatsbegräbnis, vom moralischen Standpunkt aus nicht verdienen würde.

 

Die Opfer von Jean-Claude "Baby Doc" Duvalier's Regime in Haiti lehnten am Dienstag die Entscheidung von Präsident Michel Martelly ab, ein Staatsbegräbnis für den ehemaligen Diktator zu halten, vor allem, weil er der Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt ist. Diejenigen, die sich in Port Au Prince, der Bewegung der Regierung widersetzen, sagten, dass Baby Doc´s Tod sie nicht der Chance berauben würde, Gerechtigkeit für seine Verbrechen zu suchen.

Dem nationalen Protokoll zufolge, würde ein Staatsbegräbnis eine 3 - 7tägige Trauer, Fahnen auf Halbmast und eine Zeremonie, an welcher Regierungsbeamte und Würdenträger teilnehmen, umfassen. Die haitianische Historikerin Suzy Castor sagte, die Ära Duvalier sei ein Kapitel, das geschlossen werden müsse, fügte aber hinzu, dass dies nicht geschehen werde, bis es Gerechtigkeit gäbe.

Unterdessen gab es von den Haitianern sowohl im In-und Ausland gemischte Reaktionen auf die Nachricht vom Ableben des ehemaligen Diktators, die Mehrheit aber ist der Meinung, dass er es vom moralischen Standpunkt aus nicht verdiene, ein Staatsbegräbnis zu bekommen.

Duvalier übernahm die Macht nach dem Tod seines Vaters Francois "Papa Doc" Duvalier, der Haiti seit 1957 hatte und regierte Haiti von 1971 bis 1986. Schätzungsweise 30.000 Menschen wurden Menschrechtsorganisationen zufolge, während seiner Herrschaft und der seines Vaters getötet. Sein Tod kam nur wenige Monate nachdem ein haitianisches Gericht entschied, dass er nach dem Völkerrecht, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht gestellt werden könne.

Während seiner Diktatur war Baby Doc ein enger Verbündeter der Vereinigten Staaten. Nach Jahren des Exils in Frankreich, kehrte er im Jahr 2011 nach Haiti zurück und wurde ein Verbündeter von Haitis aktuellem Präsident Michel Martelly.