Menu

Dominikanische Republik: es jährte sich der Todestag von Diktator Trujillo

  • Kategorie: News

TrujilloSanto Domingo.- Bisher wurde viel Aufhebens um den Todestag von Diktator Rafael Leonidas Trujillo de Molina gemacht. In diesem Jahr war es eher verhalten. Offensichtlich will man von der Regierung gar nicht auf dieses Datum eingehen, um so weniger wühlt man in der Geschichte. Die Zeitungen griffen das Thema der Ermordung kurz auf, ebenso einige Dominikaner in den sozialen Netzwerken, sie freuen sich über die Erlösung welche das Land erfahren hatte.


Ein Rückblick.

Am 30. Mai 1961 hat eine Gruppe dominikanischer Patrioten den Tyrannen Rafael Leonidas Trujillo hingerichtet. Brutal hatte der Diktator über das Land geherrscht, die Tyrannei fand mit dem Attentat ein Ende. Zwei Gruppen hatten sich gebildet, sie verfolgten das Ziel den „Generalissimo“ zu beseitigen und im weiteren Zug in der Dominikanischen Republik freie Wahlen einzuführen.

Teil 1 gelang. Der Stellvertreter des Diktators, Amado Garcia Guerrero, informierte die Verschwörer. Am Abend des 30. Mai werde der Tyrann eine Geliebte in San Cristobal besuchen. Mit drei Autos machten die Attentäter sich auf den Weg um dem Diktator den Garaus zu machen. Lange musste man warten, es war bereits 21.30 Uhr als General Trujillo mit seinem Chauffeur sich auf den Weg machte. Man stoppte das Fahrzeug und mit vielen Schüssen durchsiebte man den Wagen des Diktators. Rafael Trujillo war tot.

Attentat - Diktator TrujilloDoch das Militär hatte sehr schnell die Attentäter identifiziert. Die meisten wurden gefangen, gefoltert und verschwanden. Nur Luis Amiama Tio und Antonio Imbert Barreras konnten der Verfolgung und Anschlägen der Trujillistas entkommen. Damit wurde Plan 2, die Einführung freier Wahlen, vereitelt. Die Ermordung hatte eine politische und wirtschaftliche Krise zur Folge. Die Familie Trujillo versuchte an der Macht zu bleiben, Ramfis Trujillo wollte Joaquin Balaguer als Instrument gebrauchen. Die Diktatorenfamilie hatte die meisten Attentäter hinrichten lassen, an die Macht kamen sie nicht mehr.

So wurden am 19. November alle Konten geräumt und die Familie zog ab in die Vereinigten Staaten von Amerika. Balaguer hingegen musste sich einem unzufriedenen Volk stellen. Im Dezember 1961 kam es zu Streiks, im März 1962 suchte Balaguer Asyl. Erst später kam seine lange und ruhmreiche Zeit als Regierungspräsident, doch auch seine Regierungsperioden wurden begleitet von Skandalen und kuriosen Ermordungen.

Vielleicht werden die Meldungen zum Jahrestag der Ermordung des Diktators auch weniger weil sich mittlerweile eine andere Theorie immer mehr durchsetzt. Da geht man nämlich davon aus dass der Diktator gewarnt wurde vor dem geplanten Anschlag. Statt dessen gingen die Verschwörer in die Falle, töteten ein Double. Derweil flüchtete Trujillo über die USA nach Spanien.

Hier unser Bericht dazu: Starb Diktator Trujillo in Spanien oder in der Dominikanischen Republik?