Menu

Truthahngeier (Cathartes aura)

  • Kategorie: Tiere

Truthahngeier - Carthates auraDer Truthahngeier (Cathartes aura) ist eine Art aus der Familie der Neuweltgeier, so werden die Geier der „Neuen Welt“, also der zwei Kontinente Amerikas, genannt. Charakteristisch für diesen fast vollständig schwarz gefiederten Geier sind die langen, breiten Flügel, der lange gerundete Schwanz, die im Flug weit gespreizten Handschwingen und der kleine, unbefiederte rote Kopf.


Von allen Arten der Familie hat er das größte Verbreitungsgebiet. Es gibt vier Unterarten, C. a. aura, C. a. jota, C. a. ruficollis, und C. a. septentrionalis. Die Art gilt als nicht gefährdet und ist relativ zahlreich.

Truthahngeier - VerbreitungsgebietVerbreitung und Lebensraum
Der Truthahngeier lebt in Süd-, Mittel- und Nordamerika und kommt von Feuerland und den Falklandinseln bis etwas nördlich der Südgrenze Kanadas vor. C. a. aura kommt in Mittelamerika, südlich bis Costa Rica, auf den Großen Antillen und im westlichen Nordamerika vor.

Neuweltgeier leben in fast allen Habitaten ihres Verbreitungsgebietes. Im Unterschied zu den Altweltgeiern, die offene Landschaften bewohnen, kommen sie auch in Wäldern und geschlossenen Buschländern vor. Die anpassungsfähigste Art ist der Truthahngeier, der sowohl in Wäldern als auch in Wüsten lebt. Er hat seinen Lebensraum in den letzten Jahrzehnten weit nach Norden ausgedehnt, wobei er sich vor allem von toten Tieren ernährt, die Opfer des Straßenverkehrs wurden.

Merkmale
Der Truthahngeier erreicht eine Körpergröße von 63,5 bis 76 Zentimeter und wird etwa 850 bis 2000 Gramm schwer. Die Flügellänge beträgt 46 bis 55 Zentimeter und die Flügelspannweite 1,80 bis 2 Meter. Der Schwanz ist 22 bis 29 Zentimeter lang. Seine Gestalt ist schlank. Männchen erreichen die gleiche Größe wie die Weibchen.

Truthahngeier im FlugIhr Gefieder ist braunschwarz und glänzend. Die Federn an den Flügeln haben graubraune Ränder. Der Truthahngeier hat einen kleine, nackten, roten Kopf, seine Kopfhaut ist faltig. Er hat einen elfenbeinfarbenen Schnabel. Im Flugbild von unten ist der Vogel bis auf den grauen Schwanz und die hellen Handschwingen schwarz.

Bei den Jungvögel sind Kopf und Schnabel schwarz, erst im Alter von einem Jahr nimmt der Kopf die typische rote Farbe an. Truthahngeier haben wir alle Neuweltgeier keine Nasenscheidewand.

Die Tiere sind hauptsaechlich AasfresserErnährung
Truthahngeier suchen einzeln oder in kleinen Gruppen gleitend oder schaukelnd kreisend, mit V-förmiger Flügelstellung nach Kadavern. Sie töten weniger Kleintiere als andere Geierarten und sind mehr auf Aas angewiesen. Das Aas spüren sie mit ihrem gut entwickelten Geruchssinn auf. Sind Kadaver mehrere Tage alt, werden ignoriert, möglicherweise um die Aufnahme von Leichengiften zu vermeiden.

Oft sind sie an einem frischen Kadaver die ersten Geier, werden allerdings von Rabengeiern und von Großen Gelbkopfgeiern dominiert und ziehen sich zurück, wenn diese fressen, kehren aber später zurück um von den zurückgelassenen Reste zu fressen. In vom Menschen besiedelten Gebieten fressen sie oft totgefahrene Tiere auf den Straßen. Diese Nahrungsquelle hat es den Vögeln vermutlich ermöglicht, ihr Verbreitungsgebiet nach Norden auszudehnen.

Die Eier werden direkt auf den Boden gelegt Das Fortpflanzungsverhalten der meisten Neuweltgeier ist nur wenig bekannt. Ein Nest wird nicht gebaut, sondern die zwei Eier werden direkt auf den Boden in Höhlen, auf Klippenvorsprünge oder zwischen Felsen gelegt und anschließend 38 bis 41 Tage bebrütet. Die zunächst weiß bedunten Jungen verlassen das Nest nach 70 bis 80 Tagen.

Die Vögel verhalten sich sehr heimlich, wenn sie sich dem Nest nähern oder von ihm entfernen. Ein fauliger Aasgeruch, der den Nestern einiger Arten entströmt, könnte Räuber ebenfalls von einem Besuch abhalten. Ältere, aber noch nicht flugfähige Jungvögel entfernen sich oft von den Nestern. Die Nester werden von den Altvögeln nicht stark verteidigt und durch Raubtiere geplünderte Nester sind der Hauptgrund für Misserfolge bei der Brut.

Truthahngeier werden testweise fuer die Leichensuche abgerichtet Auf Feuerland wurden die dort häufig vorkommenden Truthahngeier lange intensiv bejagt, da man ihnen nachsagte, vor allem Lämmer zu töten. Noch im Jahr 1917 zahlte man auf diesen Inseln noch vier Pence für jeden abgelieferten Truthahngeierschnabel. Die Einstellung gegenüber dieser Geierart ändert sich jedoch allmählich und die Intensität, mit der diese Geierart gejagt wurde, hat nachgelassen.

Der gute Geruchssinn der Tiere macht sie als Spürvögel für polizeiliche Zwecke interessant. Das Landeskriminalamt Niedersachsen begann im Jahr 2010 mit der testweisen Abrichtung in Kärnten gezüchteter Truthahngeier zur Suche nach Leichen. (Bericht)