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Manati – Seekuh – Sirena - Trichechus manatus

  • Kategorie: Tiere

Karibik- oder Nagel-Manati - Trichechus manatusDie „Unterwasserkuh“ - ein seltsames Wesen das in kein Raster zu passen scheint.
In der Dominikanischen Republik, wo es nur noch sehr wenige Tiere gibt, nennt man die Seekuh vor allem Karibik- oder Nagel-Manati oder auch Sirena (Trichechus manatus). Wobei es sich um eine Seekuhart aus der Familie der Rundschwanzseekühe (Trichechidae) handelt.

Vorkommen :
Seekühe auf der Insel Hispaniola wurden nach letzten Informationen noch in der Nähe von Punta Cana, im Nationalpark "Parque Nacional Del Este" und im Nationalen Zoo von Santo Domingo gesichtet. Ausser in der Dominikanischen Republik lebt das Manati auch an den Küsten des Golfs von Mexiko und weiteren Orten der Karibik, sowie an den Atlantikküsten Brasiliens und Venezuelas.

Die Tiere leben im flachen Küstenwasser Die Tiere leben im flachen Küstenwasser und dringen oft in die Flüsse vor. In Südamerika schwamm ein Karibik-Manati 800 km ins Landesinnere. Umgekehrt wurde ein Tier einmal 15 km von der Küste entfernt auf dem Meer gefunden.

Die Manatis wandern weit umher und erreichen dabei ausnahmsweise selbst die Atlantikküsten der USA - vor Virginia und Rhode Island wurden schon Karibik-Manatis gefangen und in den Golf von Mexiko zurückgebracht.

Nahrung:
Wie für eine Kuh üblich, ernährt sich das Manati vor allem mit Gras – da ausnahmslos unter Wasser lebend, handelt es sich bei den dem Elefanten verwandten Säugetier um Seegras im Salzwasserbereich – im Süsswasser halten sie sich eher an die Grundnesseln. Diese Nahrung wird allerdings in grossen Mengen verschlungen, bis zu einem Viertel seines Körpergewichts, welches bis knapp 700 Kilo erreichen kann, verschlingt eine einzelne Seekuh, was den Lebensraum allein vom Nahrungsangebot sehr einschränkt. Doch nebst der Nahrungspalette schränkt vor allem die menschliche Ausbreitung und die Eingriffe in das natürliche Umfeld den Lebensraum der Manatis immer mehr ein.

Sozialgefüge / Lebensraum:
Die Jungtiere werden bis zu zwei Jahren gesaeugtKaribik-Manatis sind einzelgängerische Tiere. Nur zwischen einer Kuh und ihrem Kalb herrscht eine engere Bindung. Zum Fressen oder Umherwandern tun sich manchmal mehrere Manatis zusammen; diese Gruppen haben aber keine soziale Hierarchie, und die Mitglieder der Gruppe pflegen keine Interaktionen. Ist eine Kuh geschlechtsreif, wird sie von einem oder mehreren Bullen aufgesucht. Die Kuh versucht oft, den Paarungsversuchen der Bullen zu entkommen, und wird schließlich mehr oder weniger gewaltsam überwältigt. Nach einer Tragzeit von zwölf Monaten kommt ein einziges Junges zur Welt. Es wird ein bis zwei Jahre gesäugt. Mit drei bis vier Jahren werden Weibchen geschlechtsreif, Männchen etwas später. Die Lebenserwartung kann über fünfzig Jahre betragen.

Seit dem 16. Jahrhundert wurde der Karibik-Manati für Öl und Fleisch gejagt. Durch die exzessive Jagd verschwand die Art schon im 18. Jahrhundert von den Kleinen Antillen. Heute ist sie zwar überall geschützt, die Bestände gehen aber weiter zurück. Die IUCN führt den Karibik-Manati seit 1982 als gefährdet. Obwohl der Karibik-Manati keine natürlichen Feinde hat, wurde sein Lebensraum im Marschland durch menschliche Einflüsse eingeschränkt. Viele Tiere wurden und werden durch die Propeller von Außenbordmotoren verletzt.

Manatis verschlucken beim Fressen oft auch Fischfanggerät (Haken, Metallgewichte usw.). Bis auf die Fangleinen scheinen diese Fremdkörper den Tieren nicht zu schaden. Diese Leinen können sich jedoch im Verdauungsapparat der Tiere verfangen und zu einem langsamen Tod führen.

Lebensraum der ManatisDie gesündeste Population lebt heute an der Küste Guyanas, wo es noch mehrere tausend Manatis gibt. Auch Suriname und Französisch-Guayana haben große Bestände. An den Küsten der anderen Staaten Mittel- und Südamerikas sowie auf den Großen Antillen sind diese Seekühe jedoch extrem selten geworden. In Brasilien ist er bis auf wenige isolierte Restpopulationen ausgerottet. Auf dem Gebiet der USA gibt es eine Population von 3000 Manatis, die alle in den Küstengewässern Floridas leben.

Diese werden manchmal als eigene Unterart (Florida-Manati, Trichechus manatus latirostris) abgetrennt. Durch Schutzmaßnahmen ist dies eine der wenigen Populationen, die wieder im Wachsen ist.

Manatis sammeln sich oft in der Nähe von Kraftwerken, wo das Wasser wärmer ist. Mit der Zeit werden die Tiere von dieser unnatürlichen Wärmequelle abhängig und wandern dann in der kälteren Zeit nicht mehr in wärmere Gebiete. Nachdem einige Kraftwerke in letzter Zeit abgeschaltet wurden, hat der U.S. Fish and Wildlife Service im Wissen um die Abhängigkeit der Manatis von dieser Wärmequelle Möglichkeiten untersucht, das Wasser für die Tiere aufzuheizen.

Lebensweise:
Die Vorderbeine der Tiere sind zu Flossen umgewandeltWie alle Seekühe sind Rundschwanzseekühe an eine aquatische Lebensweise angepasst und können im Gegensatz zu den Robben, die gewisse Ähnlichkeiten im Körperbau aufweisen, aber nicht näher verwandt sind, nicht mehr an Land kommen. Die Fortbewegung im Wasser geschieht hauptsächlich durch die Fluke, die Vorderflossen dienen dem Manövrieren, dem Kontakt zu Artgenossen und der Nahrungsaufnahme.

Üblicherweise bewegen sie sich mit 3 bis 7 Kilometern pro Stunde fort, im Bedrohungsfall können sie aber Geschwindigkeiten von bis zu 25 km/h erreichen. Um zu atmen, strecken sie nur die an der Oberseite der Schnauze liegenden Nasenlöcher aus dem Wasser, sie sind nicht imstande, mit dem Mund zu atmen. Die Dauer eines Tauchgangs ist variabel, sie beträgt durchschnittlich rund 4 Minuten, allerdings können die Tiere bis zu 16 Minuten unter Wasser bleiben.

Manatis können sowohl tag- als auch nachtaktiv sein. Einer sechs- bis achtstündigen Fressphase folgt eine sechs- bis zehn stündige Ruhephase, bei der sie sich entweder unter der Wasseroberfläche treibend oder am Grund liegend aufhalten. Über das Sozialverhalten gibt es unterschiedliche Berichte, sie leben entweder einzelgängerisch oder in kleinen Familiengruppen. Manchmal bilden mehrere Tiere lose Zusammenschlüsse, etwa bei der Nahrungsaufnahme. Zwar sind diese Zusammenschlüsse durch vielfältige, nicht geschlechtsspezifische Körperkontakte wie gegenseitiges Umarmen oder zärtliches Knabbern geprägt, dennoch entwickelt sich keine Rangordnung und keine gegenseitigen Hilfestellungen.

Fortpflanzung:
Zwischen Kuh und Kalb herrscht eine enge BindungZumindest vom Karibik-Manati ist ein ausgeprägtes Paarungsritual bekannt, wonach sich bis zu 20 Männchen um ein empfängnisbereites Weibchen sammeln und ihm eine Woche bis einen Monat folgen. Sie versucht, den teilweise brutalen Annäherungsversuchen der Männchen zu widerstehen, dennoch kommt es immer wieder zur Begattung. In den meisten Regionen dürfte es keine feste Paarungszeit geben, es kann das ganze Jahr über zur Fortpflanzung kommen. Nach einer zwölf- bis 13-monatigen Tragzeit kommt üblicherweise ein einzelnes Jungtier zur Welt, Zwillinge sind selten. Wie bei den Walen erfolgt die Geburt mit dem Schwanz voran.

Neugeborene wiegen rund 10 bis 15 Kilogramm und sind verhältnismäßig weit entwickelt, sie können bereits an ihrem ersten Lebenstag schwimmen und selbständig Luft holen, reiten dazu aber manchmal auf dem Rücken der Mutter. Weibchen haben zwei Zitzen in der Achselregion, mit denen sie die Jungtiere säugen. Nach einem bis drei Monaten nehmen diese erstmals feste Nahrung zu sich, endgültig entwöhnt werden sie mit einem oder zwei Jahren. Die enge Bindung der Mutter zu ihrem Nachwuchs setzt sich aber auch danach noch fort. Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit drei bis vier Jahren, männliche Tiere mit rund neun bis zehn Jahren. Rundschwanzseekühe sind relativ langlebige Tiere und können ein Alter von rund 60 Jahren erreichen.

Quellennachweis:

Kinderlexikon

Wikipedia

und weitere