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Große Fechterschnecke (Strombus gigas)

  • Kategorie: Tiere

Grosse Fechterschnecke - Strombus GigasDie Große Fechterschnecke oder Riesen-Flügelschnecke (Strombus gigas) ist eine karibische Meeresschneckenart und der größte Vertreter der Fechterschnecken. Sie ist die zweitgrößte Art der Flügelschnecken und eine der größten Schneckenarten überhaupt.

 

Merkmale
Die Schale der ausgewachsenen Schnecke misst 15–31 cm und hat einen ausladenden Mündungsrand („Flügel“). Die Färbung variiert erheblich. Zur Gattung Strombus gehören rund fünfzig Arten, von denen die meisten im Indopazifik zu Hause sind. In der Karibik leben neben der Fechterschnecke noch die Hahnenschwanz-Schnecke (Strombus gallus) sowie S. costatus, S. pugilis und S. raninus.

Die grosse Fechterschnecke kann bis zu 2,5 Kilogramm wiegenVon ihren Verwandten lässt sich die Fechterschnecke leicht anhand ihrer ungewöhnlichen Größe unterscheiden: Die Schale der erwachsenen Tiere wird durchschnittlich 21 Zentimeter lang, wobei die der Männchen im Allgemeinen etwas kleiner ist als die der Weibchen. Auch das Gewicht der Fechterschnecke ist bemerkenswert: Einschließlich ihrer Schale kann sie über 2.5 Kilogramm wiegen.

Wie andere Fechterschnecken macht Strombus gigas auch nach der eigentlichen Metamorphose im Laufe ihres Lebens noch einen erheblichen Gestaltwandel durch und bildet erst als erwachsene Schnecke den „Flügel“ aus. Der Mantel der Schnecke wird manchmal kommensalisch von Kardinalbarschen (Astrapogon stellatus) bewohnt. 


Die Große Fechterschnecke ist in der gesamten Karibik heimischVorkommen, Lebensweise
Die Große Fechterschnecke ist in der gesamten Karibik heimisch, also auch an den Küsten von Mexiko, Florida, den Bahamas und Bermuda. Die Schnecke lebt in Seegraswiesen und auf Sand von Detritus (Reste abgestorbener Pflanzen und Tiere) und Algen. 

Die Geschlechtsreife erreichen Fechterschnecken mit drei oder vier Jahren. Für die Fortpflanzung, welche zumeist in den wärmeren Monaten des Jahres stattfindet, wandern die Tiere von ihren tiefer gelegenen Weidegründen in seichteres Wasser und paaren sich dort. Jedes Weibchen setzt dann in der Folge mehrere Laichklumpen ab. Diese bestehen aus einer einzelnen, klebrigen und vielfach verschlungenen Gallertschnur, in der die Eier - bis zu 750 000 Stück - eingebettet sind. Das ganze «Gebilde» misst zehn bis fünfzehn Zentimeter und ist schon bald mit Sandkörnern dermassen übersät, dass es sich kaum mehr vom Hintergrund abhebt.

Fechterschnecken haben aber ausser dem Menschen kaum natürliche FeindeDie Larven schlüpfen vier bis fünf Tage nach der Eiablage und treiben dann während zwei bis vier Wochen an der Wasseroberfläche. Sie sind mit einem Wimpergürtel für die eigenständige Fortbewegung und mit einem segelförmigen Anhängsel, der das Schweben im Wasser unterstützt, ausgestattet. Durch Umwandlung dieser Organe verwandeln sich die Larven schliesslich in winzige Fechterschneckchen, welche auf den Meeresgrund absinken und sich sofort im Sand vergraben. Dort bleiben sie etwa ein Jahr lang, ernähren sich von mikroskopisch kleinen Algen und wachsen, vor Feinden weitgehend geschützt, heran.

Die halbwüchsigen Fechterschnecken halten sich dann in möglichst dichten Seegrasbeständen auf, wo sie nachts an der Oberfläche auf Nahrungssuche gehen und sich jeweils tagsüber wieder im Sand verstecken. Trotz aller Vorsichtsmassnahmen fallen viele Fechterschnecken in diesem Lebensabschnitt Fischen, Meeresschildkröten, Hummern, Krabben und anderen räuberischen Meeresschnecken zum Opfer.

Die Große Fechterschnecke oder Riesen-Flügelschnecke (Strombus gigas) der größte Vertreter der FechterschneckenAuch im Erwachsenenstadium sind die Fechterschnecken vorwiegend nachts rege. Sie haben aber kaum noch natürliche Feinde - von Karettschildkröten und Kraken vielleicht abgesehen. Ein schlimmer Feind der erwachsenen Fechterschnecken ist hingegen der Mensch. Von alters her fängt er die bedächtigen Tiere, wo immer er sie findet.

Fortbewegung – „Fechten“
Die Fechterschnecken verwenden ihr fingernagelartiges Operculum (Schalenverschlussdeckel) zur Fortbewegung: Hierzu steckt die Schnecke das Operculum in den Grund und bewegt ihren Körper durch ruckartiges Zusammenziehen des Fußes nach vorn, mit einem "Schritt" etwa eine halbe Körperlänge. Die Bewegung ähnelt dabei dem Ausfallschritt beim Fechten. Hierbei hinterlässt die Schnecke keine Schleim- bzw. Geruchsspur und ist so besser vor Feinden geschützt.

Das Auge einer FechterschneckeVerwendung und Gefährdung
Der Hauptgrund für den Fang der Fechterschnecken ist von alters her ihr schmackhaftes weißes Muskelfleisch. Seit Jahrhunderten ist es ein wichtiges Nahrungsmittel der Karibikinsel-Bewohner. Das Fleisch der Schnecke, in der Dominikanischen Republik „Lambi“ genannt, wird im rohen und gegarten Zustand gegessen. Die Gehäuse der Fechterschnecken dienen in verschiedenen Kulturen der Herstellung von Schneckentrompeten, so früher auch bei den Chimú und Inka in Südamerika (Quechua-Bezeichnung: Pututu). Zudem ist es auch ein einträglicher Exportartikel, und noch heute gilt es als eines der bedeutendsten Fischereierzeugnisse der Karibik.

10 bis 15 Millionen Fechterschnecken werden schätzungsweise pro Jahr im karibischen Raum gesammelt. Etwa sechs Millionen werden jährlich in der Karibik selber verspeist. Weitere sechs Millionen Exemplare werden exportiert.

Perle der Grossen FechterschneckenAuf Grund von Überfischung ist die Art stark gefährdet und steht unter Artenschutz. Sie ist in Anhang II des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens sowie in Anhang B der Bundesartenschutzverordnung gelistet. So dürfen z.B. die bei Urlaubern als Souvenir beliebten Schalen der Fechterschnecke grundsätzlich nur mit amtlichen Artenschutzdokumenten in die Europäische Union mitgebracht werden.

Perlenzucht
Selten werden auch Perlen im Schneckenmantel gefunden. Neueste Ergebnisse zur Perlenzucht haben jetzt gezeigt, dass auch die Große Fechterschnecke dazu gebracht werden kann, Perlen zu bilden.