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Karneval in der Dominikanischen Republik Teil I

  • Kategorie: Kultur

Karneval Dominikanische RepublikDer Dominikanische Karneval ist eine Explosion der Freude. Eine Show der kulturellen Identität und Spontaneität, die viele Aspekte der Dominikanischen Gesellschaft umfasst. Diese fröhliche Ausgelassenheit wird, mit zunehmender Popularität des Karnevals, jedes Jahr im Februar zum Ausdruck gebracht. Viele Charaktere bereichern diese volkstümlichen Festivitäten mit unbegrenzten Farben. Die Beliebtesten und am meisten geschätzten jedoch sind die Teufel.

Der Ursprung des Karnevals in der Dominikanischen Republik ist eng mit der Geschichte verflochten. Mit seinem gemischten kulturellen Erbe, vermittelt er seinen eigenen Stil, nicht zuletzt auch deshalb weil er in den verschiedenen Regionen den Landes gefeiert wird. Was in diesen Zeiten durchscheint, ist etwas, was besonders in der Faschingszeit wichtig ist, dass die Dominikaner ihre freudige Wärme, Demut und Leidenschaft für die Freundschaft teilen. Diese Freude wird jeden Sonntag auf jedem Dorfplatz offensichtlich und findet ihren Höhepunkt in den Karnevalszügen am Ende der jeweiligen Saison.

Die Kreativität der Menschen manifestiert in einem Feuerwerk an FarbenDie Kreativität der Menschen manifestiert sich in den Gesängen, welche die Charaktere mit den Zuschauern tauschen, in den Kostümen der Teilnehmer und in den Themen, die von den stolzen Teilnehmern in jeder Parade gewählten werden. Der Karneval wurde zu einem beliebten Fest, das die komplette Familie zur Teilnahme ermuntert. Von den jüngsten Kindern, über junge Erwachsene bis hin zu älteren Erwachsenen - jeder beteiligt sich auf seine Weise an dieser spontanen Ausgelassenheit an Gesang und Tanz, welche an jedem Wochenende im Februar das Gefühl erweckt, ein Domnikaner zu sein.

In der Dominikanischen Republik, wird der Karneval in jeder Region des Landes anders ausgedrückt. Jede Gemeinde belebt die Feierlichkeiten mit ihrer ganz eigenen Richtung. Jedoch haben die meisten Städte eine Parade mit Gruppen in den gleichen Farben oder mit Menschen welche die gleiche Tracht tragen. Diese können sich den auf Wagen befinden oder Masken tragen - Masken die verschiedene sinnbildliche Figuren repräsentieren.

In vielen der Städten gehört es zur Tradition, dass die Teufel die Zuschauer jagen, wenn diese ihre Wege kreuzen. Dabei schlagen die Teufel die Feiernden spielerisch mit ihren traditionellen "vejigas" (Blasen). Diese authentische und originelle Art und Weise zu feiern, wird ganz offensichtlich durch die Spontaneität der Menschen geschaffen. Die einfachen Massen improvisieren meist mit unerwarteten Materialien, um eine Chance zur Teilnahme an den Karnevalsfeiern erhalten.

Pappe, Kunststoff, weggeworfene Krüge oder Obst sowie improvisierte Formen von Masken sind nur einige der Möglichkeiten, welche die Menschen benutzen. Die Phantasie der Menschen hilft ihnen die erstaunlichsten Bilder der Illusion zu schaffen und ihre Phantasie erlaubt es ihnen, den nicht immer einfachen Alltag zu vergessen und eine fröhliche Zeit zu haben, auch wenn es nur für eine kurze Zeit ist.

Karneval Dominikanische RepublikDie Bedeutung der Masken

Masken haben die Macht, diejenigen, die sie tragen, zu transformieren. Wenn man eine Maske trägt, verwandelt es einen in jemand anderen. Masken verändern nicht nur die Person, die sie trägt, sondern auch diejenigen, die mit ihnen interagieren. Die meisten der älteren Masken wurden verwendet, um übernatürliche Geister darzustellen oder um die Menschen in Kontakt mit höheren Wesen zu bringen, von denen sie glaubten, dass diese ihr Leben beeinflussen können. Diese spirituelle Verwendung von Masken wird in einigen alten afrikanischen Traditionen und bei vielen Indianerstämmen Nord-und Westamerikas offensichtlich.

Einige andere zeremonielle Verwendungen wurden in Bali gefunden, wo beispielsweise der Glaube an die Interaktion mit dem spirituellen Bereich sehr stark ist. Viele der Rituale haben mit dem Glauben an die Heilkraft der dargestellten Wesen zu tun, wie in einigen Traditionen in Sri Lanka oder bei den Iroquois-Indianern Nordamerikas. Manchmal haben diese Praktiken mit dem Herbeiführen einer guten Ernte oder oder des dringend benötigten Regens in landwirtschaftlichen Gesellschaften zu tun.

Viele Überzeugungen feiern mit solchen Feierlichkeiten den Beginn oder das Ende einer Jahreszeit. Die alten Kelten, zum Beispiel, sind die Vorläufer jener, die das Ende der Sommersaison feiern. Die Feier von Halloween, zum Beispiel, kann auf das keltische Fest der Geister, Ende Oktober zurückgeführt werden, wenn die Kräfte des Bösen durch Feuer abgewiesen wurden.

Jede Gemeinde feiert den Karneval auf ihre eigene WeiseIn Tibet wird das neue Jahr in von einem maskierten "Cham", der die Dämonen und böse Geister jagt, eingeläutet. Im alten Mexiko, feierte das vor-kolumbianische Volk, unter anderem, den Tanz des Tigers. Der Jaguar wurde als der König der Tiere erachtet, denn er war das am meisten gefürchtete Säugetier in Nord- und Südamerika. Der Tanz wird mit einer Holzmaske, die den Geist des Jaguars darstellt, durchgeführt und heute noch in verschiedenen Regionen Zentral-Mexikos praktiziert.

Im antiken Griechenland, beginnt die Verwendung von Masken mit Auftritten von maskierten Schauspielern. Diese Aufführungen stammen aus dem VI Jahrhundert n. Chr. be welchen die Masken verwendet wurden, damit die Schauspieler die Geschichten und Traditionen, welche die Feste zu Ehren des Dionysos, des Gottes des Weines und Pflanzen zum Inhalt hatten, vermitteln konnten. Zum größten Teil, neigen die Menschen dazu, die Verwendung von Masken mit alten heidnischen Ritualen zu verbinden. Man trug eine Maske zum Schutz vor bösen Geistern in einer Zeit, in der die Menschen an das Vorhandensein von Dämonen glaubten.

Ausgelassen und mit Freude feiern die Dominikaner KarnevalIn der Europäischen christlichen Tradition wird das Wort "Karneval", mit dem Gedanken an den "Abschied vom Fleisch", der sich auf die 40-tägige Fastenzeit bezieht, verbunden. Während dieser Zeit wird den Christen, insbesondere Katholiken, nach den traditionellen religiösen Vorschriften vorgeschrieben, kein Fleisch zu essen. Daher wurden die Tage vor der Fastenzeit zu einer Zeit um der Ausgelassenheit zu frönen. Die Feiern wurden zu einer Flucht vor dem Druck und der Starrheit der religiösen Tradition.

Im Fall von Spanien, wo Karneval vor allem im Süden des Landes gefeiert wird, zelebieren viele Städte wie beispielsweise Cadiz, das Fest mit eleganten Prozessionen und Umzügen mit bunten, hellen und aufwendigen Kostümen. In den meisten Regionen in Spanien, wird Karneval in der Woche vor Aschermittwoch gefeiert. Die Straßen sind mit Kostümen und Wagen gefüllt. Die Paraden und Masken sind ein wichtiger Bestandteil der Karnevalsfeiern. Karneval in Spanien hat einen befreienden Aspekt, in dem Sinne, dass die Teilnehmer ihren Alltag parodieren. Es geht darum über die Starrheit zu lachen, über die Autoritäten und die Regeln, welche das Leben der Menschen regieren, auch wenn es nur für den Moment ist.

Die Absicht dabei ist klar - damit sollen die menschlichen Schwächen und Fehler durch traditionelle Gesänge, Spiele und Farcen, der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Karneval hat eine Tendenz, alle soziale Bereiche auszugleichen. Alle Bereiche beteiligen sich. Da die Dominikanische Republik kulturell von Spanien beeinflusst ist, sind diese Einflüsse auch deutlich im Dominikanischen Karneval zu spüren.

Viele Charaktere bereichern diese volkstuemlichen Festivitäten Die Dominikanische Republik und ihre Kunst

Die Dominikanische Republik befindet sich im Zentrum der Inselgruppe, die den Großraum Antillies bildet. Sie befindet sich im Wendekreis des Krebses in der nördlichen Hemisphäre. Das Land erstreckt sich über 48.442 Quadratkilometern. Es nimmt zwei Drittel des östlichen Teiles der Insel Hispaniola ein, die sie mit dem Inselnachbarn Haiti am westlichen Ende teilt. Die Insel hat ein paar schiffbare Flüssen und das Klima ist, wie es typisch für die Tropen ist, warm.

Die Insel, die ursprünglich von Taino und Kariben besiedelt war, die die Arawak-Sprache sprachen, wurde von Spanien entdeckt und kolonisiert. Es wird allgemein angenommen, dass amerikanische Ureinwohner die Insel kontinuierlich seit 800 n. Chr bewohnten. Im Jahr 1492 wurde hier die erste europäische Kolonie in Amerika gegründet, was zur Schaffung der ersten sozialen und kulturellen Einrichtungen in der neuen Welt führte. Aus der Mischung der Spanier mit der einheimischen Bevölkerung sowie den Nachkommen der afrikanischen Sklaven entstammt der typische Dominikaner mit einer offensichtlichen und vielfältigen ethnischen Herkunft.

Die Dominikanische Kunst ist ein sehr wichtiger Teil der Kultur. die zeitgenössische Dominikanische Bildhauerei und Malerei nahm ihre Anfänge in den frühen 1930er Jahren mit der Einwanderung von spanischen Künstlern und Intellektuellen, die dem Bürgerkrieg in Spanien entflohen und sich in der Dominikanischen Republik etablierten. Nach ihrer Ankunft wurde die Schule der Schönen Künste gegründet. In dieser wurde eine neue Generation von Dominikanischen Künstlern ausgebildet, welche mit einer Tradition der Bildhauerei und Malerei begannen, die heute international weithin anerkannt ist.

Auch die Juengsten sind mit Feuereifer bei der SacheDie Geschichte der Karnevalsfeiern in der Dominikanischen Republik

Die Spontanität der Menschen spielt eine wichtige Rolle in Bezug auf die Rückverfolgung des Karnevals in der Dominikanischen Republik. Laut lokalen Legenden begannen die Menschen, insbesondere in Santiago, mit den Feiern in den Jahren nach der Unabhängigkeit des Landes von Spanien. Die Dominikaner begannen, ihre eigene Identität als Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln. Mit diesen Traditionen und Festlichkeiten begannen sie sich zum ersten Mal als reine Dominikaner zu etablieren und zu festigen.

Es wird auch gesagt, dass der Dominikanische Karneval verschiedene Elemente hat, die besser als seine Ursprünge sind. Viele seiner Themen scheinen enge Verbindungen zu europäischen oder afrikanischen Elementen aufzuweisen, die alle mit Feiern vermischt wurden, welche einst als religiös betrachtet wurden.

Die lokale Version des allgegenwärtigen menschenähnlichen Teufels ist El Diablo Cojuelo, (in Santiago El Lechon). Es wird angenommen, dass das Vorbild für diese Figur aus der spanischen Literatur stammt, insbesondere aus dem Roman "Don Quijote" von Miguel de Cervantes, in dem ein Charakter vorkommt, beschrieben als ein Teufel in einem Kostüm mit Spiegeln und Glocken, welcher eine aufgeblasene Blase eines Tieres als Waffe trägt.

Die Teufel gehoeren zu den Hauptfiguren jeder KarnevalsfeierIn den Städten Santiago und La Vega, wird der Ursprung des Karnevals auch mit Aktivitäten wie sie in den sich entwickelnden Provinzstädten üblich waren, verbunden. In Santiago, begann man den Karneval als eine soziale Aktivität in einem lokalen Club namens "Club Santiago" zu feiern. In diesem Club versammelten sich wohlhabende Familien, um Tänze und Gesellschaftsbälle zu feiern, bei denen zum ersten Mal Masken und Kostüme getragen wurden.

Viele Familien in Santiago stehen immer noch in engem Kontakt mit dem Land ihrer Vorfahren, die direkt aus Spanien kamen und einige von ihnen bewahren weiterhin ihre Überzeugungen und Traditionen. Als einige Familien der Oberklasse begannen, sich von den Massen zu entfernen, wurde ein neuer Club geschaffen der "El Centro de Recreo". In diesem Highsociety Club fanden private Veranstaltungen wie Maskenbälle für die Familien aus der Oberschicht statt.

Mit der Zeit begannen die Feierlichkeiten dann alle sozialen Klassen mit einzubeziehen. An diesem Punkt, Anfang 1900, hatten die meisten Städte bereits ihre eigenen lokalen Feiern. Dies war auch jener Zeitpunkt, an dem die Idee Kostüm und Masken zu verwenden und sich zu verkleiden begann, in allen gesellschaftlichen Schichten populär zu werden. Am Anfang, hatten die verschiedenen Gruppen von Menschen, welche die Hauptstraße hinunter marschierten Schwierigkeiten, sich durch die Massen zu bewegen. Es wird behauptet, dass die Figur der Teufel entstanden sei, weil die kostümierten Teilnehmer einige Beschützer brauchten, um ihnen ihre Bewegung durch Menge zu erleichtern. Die Teufel verwendeten eine Peitsche und eine aufgeblasene Schweinsblase zur Abwehr der Massen.

Die Kreativität der Menschen kennt keine GrenzenDiesen Anfangstagen des Karnevals wird oft auch eine Dualität nachgesagt, welche Episoden von Traurigkeit in der Geschichte (der Krieg der Unabhängigkeit) beschreibt, die mit Tanz und Gelage gefeiert wurden. Sie scheinen eine Wiedergeburt nach dem Tod, ein Frühlingsfest der Fruchtbarkeit, in einem manchmal unwirtlichen Land, zu sein. Eine Feier mit euphorischen, ohrenbetäubenden Geräuschen, die die Menschen Repression und schlechte Zeiten vergessen lässt. Ironischerweise beginnen die Karnevalfeierlichkeiten, die Inbrunst, mit der die Dominikaner einmal ihr Fest der Unabhängigkeit gefeiert haben, zu ersetzen.

Viele der Städte im Landesinneren halten ihre lokalen Feierlichkeiten nach der Heiligen Woche. Einige sind dafür bekannt, dass sie ihre Masken nach jeder Feier verbrennen. Diese Praktiken beinhalten auch die Verbreitung der Asche über dem Boden. Diese Ereignisse scheinen auch eine offensichtliche Verbindung mit üblichen Frühlingsfeiern in anderen Kulturen zu haben, welche die Wiedergeburt und Erneuerung im Frühling bezeichnen. Dieser Ritual Aspekt der regionalen Feierlichkeiten ist jedoch nicht überraschend, wenn man die anderen europäischen Traditionen, die von Entdeckern, Eroberern und Auswanderern nach Amerika gebracht wurden, berücksichtigt.

Teil II folgt

Die Informationen und Fotos wurden uns freundlicher Weise von Ivan Erickson, einem geborenen Dominikaner, der heute in den USA lebt und der sich eingehend mit der Geschichte und Tradition des Karnevals in der Dominikanischen Republik beschäftigt, zur Verfügung gestellt, wofür wir uns ganz herzlich bedanken möchten