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Voodoo - eine anerkannte Religion in Haiti

VoodoozeremonieSchwarze Hühner schlachtende und kinderhandgroße, wächserne Puppen mit Nadeln durchbohrende dunkelhäutige Leute, die vor allem nachts wild durch die Gegend tanzen und scheinbar nicht von dieser Welt sind! Was ist das denn?

Das Wort „Voodoo“ leitet sich aus einem Wort der westafrikanischen Fon für Geist oder auch Gottheit ab und existierte möglicherweise schon vor mehreren tausend Jahren. Voodoo als Überbegriff wird heute hauptsächlich in den afrikanischen Staaten Benin, Ghana und in Togo praktiziert. Voodoo ist also eine ursprünglich westafrikanische Religion.

Daraus entstand Voudoun, auch Vodun, Voudou oder Wodu und ist eine heut überwiegend kreolische Religion, die vor allem in Haiti und anderen Teilen der verschiedenen Amerikas beheimatet ist. Durch die Sklaverei kam dieser Glaube auf die Westindischen Inseln, wobei hier Elemente anderer Religionen (Christentum) aufgenommen wurden. In der Karibik ist dies vor allem Haiti und teilweise auch in der Dominikanischen Republik, wo heute viele Haitianer leben. Der Haitianische Voodoo ist eine Sklavenreligion.

Voodoo-KreuzDie erste Schiffsladung Sklaven traf bereits Anfang des 16. Jahrhunderts an der Küste Haitis ein. Wieder ein anderer Voodoo wird in Louisiana in den USA gelebt und praktiziert, der dort als „Hoodoo“ bezeichnet wird. Eng verwandte Religionen werden in abweichender Form als sogenannte Santería auf Kuba und als Umbanda, Macumba, oder Candomblé in Brasilien praktiziert.

Zu verstehen ist in diesem Zusammenhang, dass sich in den unterschiedlichen Karibikstaaten durch das unterschiedliche Verhalten erst der Sklavenhändler und danach der verschiedenen Kolonialherren und der jeweils vorherrschenden Religion Voodoo unterschiedlich entwickelt hat. Der ursprüngliche und afrikanische Voodoo ist ganz anders, als zum Beispiel der Voodoo in Haiti oder in den Südstaaten der USA.

Voodoo ist in westlichen Ländern vor allem durch Opferdarbringungen und Praktizierung von weißer und schwarzer Magie bekannt geworden und wird darum in der Regel völlig falsch verstanden. Solche Zerrbilder werden zweifellos dadurch begünstigt, dass rituelle Besessenheit im Voodoo tatsächlich eine zentrale Rolle spielt. Den Zustand, in den der Besessene hierdurch gerät, bezeichnet man als Enstase - im Gegensatz zur Ekstase, während der sich die Seele auf Wanderschaft befindet.

Voodoo-RitualDazu beigetragen haben die Filmindustrie mit überspannten Zombiefilmen und auch Schriftsteller, die aus Voodoo einen blutrünstigen Kult gemacht haben. Diese Einschätzung ist jedoch von der Wirklichkeit des haitianischen Voodoo in Vergangenheit und Gegenwart weit entfernt. Tatsächlich wäre es nur eine geringfügige Übertreibung zu behaupten, dass der Voodooismus nicht etwa ein Teufels-, sondern ein Engelskult sei. Worauf man jedoch hinzufügen muss, das die Engel (Loas, Mystéres, Zanj) des Voodoo keinerlei Ähnlichkeit mit jenen netten und pausbäckigen Kindergestalten aufweisen, zu denen der Katholizismus die Engel herabgewürdigt hat. Voodoo ist Religion.

Der Voodoo Olymp, Besessenheit, geheimnisvolle Riten und der Aberglaube. Der Voodoo Olymp wird von verschiedenen Gottheiten belebt. Die Kosmologie des Voodoo stellt sich die Menschenwelt als eine auf dem Wasser schwimmende Insel vor. Darunter befindet sich das sagenhafte "Guinée" oder "Dahome", die Welt der der Götter, Engel und verewigten Ahnen. In der Bildlogik des Voodoo berühren sich diese beiden Welten nur an einem einzigen Punkt, dargestellt als Schnittpunkt im Zentrum eines aufrecht stehenden gleichschenkligen Kreuzes.

Voodoo-RelikteAuch hier also ein Kreuz, aber darin unterscheidet sich der Voodoo vom Monotheismus des Christentums und des Islams, die nur einen Gott kennt. Dieser existiert im Himmel, beim Voodoo ist der Ort der Erfüllung die Unterwelt. Einige der Voodoo Gottheiten sind mächtige Elementargeister, andere haben bestimmte Aufgaben oder sind an bestimmte Orte gebunden. Auch einst mächtige Stammesfürsten werden nach ihrem Tod als Geister verehrt. Diese Form der Geisteranbetung macht den Voodoo so anpassungsfähig. Bei so vielen Geistern kann man problemlos auch neue hinzufügen, wie zum Beispiel die Jungfrau Maria.

Diese Gottheiten und Geister selbst, sofern sie nicht zu diesem Zweck der Materialisierung provisorisch einen Menschen in Besitz nehmen, sind normalerweise unsichtbar. Als Gesamtheit nennt man sie daher auch die Unsichtbaren oder "les Invisibles", ein Begriff, der von den höchsten Göttern bis zu den geringsten Geistern alle unverkörperten Wesen umfasst. Ihre Welt ist uns verborgen, für unsere Sinne nicht fassbar. Rieten: Ein Ritus (Lehnwort aus dem Lateinischen; Plural: die Riten) ist eine in den wesentlichen Grundzügen vorgegebene Ordnung für die Durchführung zumeist zeremonieller, speziell religiöser und insbesondere liturgischer Handlungen. Im weiteren, abgeleiteten Sinn wird der Ausdruck auch verwendet, um feste Gewohnheiten und Rituale eines Lebewesens oder einer sozialen Gruppe zu beschreiben. (wp)

Voodoo KreuzIm Zentrum der Voodoo Riten steht die Besessenheit. Die angerufene Gottheit taucht aus der Unterwelt empor und manifestiert sich in der Menschenwelt, indem sie sich in einem der Ritualteilnehmer verkörpert. Das Voodookreuz: Der horizontale Balken repräsentiert die Welt der Sterblichen, der vertikale steht für die Achse, die in unvorstellbare Tiefe reicht, bis hinüber in die jenseitige Welt. Diese symbolische Bedeutung erklärt, weshalb dem Kreuzzeichen in jedem Voodooritual eine zentrale Rolle zukommt: Zur Anrufung der Gottheit, deren Erscheinen man erbittet, zeichnet der Hungan (der Voodoopriester), das Vévé des betreffenden Invisible auf den Boden - das Symbolzeichen der Gottheit, dessen Grundgerüst stets aus einem Achsenkreuz besteht. Auch das zentrale Requisit jedes Voodootempels, der Mittelpfosten oder "Poteau-mi-tan" stellt nichts anderes als jene vertikale Achse dar, die den Tunnel zur Götter- und Geisterwelt bildet.

Diese Elemente sind auch im Schamanismus wieder zu finden. Die Weltachse, die die unsrige Welt mit der der Geister und Götter verbindet, die traceähnlichen Besessenheitszustände, außer das es sich bei Schamanen um eine Ekstase handelt, und die Geisterwelt an sich, die alle Wesen, Ahnen, Götter usw. enthält.