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Die unbequeme Wahrheit: Haiti wurde ausgeraubt

CAN-DO.ORg in HaitiMit freundlicher Gnehmigung von Eric Klein. Klein, Geschäftsführer der CAN-DO.ORG

CAN-DO.ORG - Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht einer bin, der den Mund hält oder den Menschen alles durchgehen lässt. Nicht, wenn es darum geht.


Vierzehn. Das ist die Anzahl von Newslettern die ich diese Woche von Gruppen erhalten habe, die um mehr Geld betteln, um den Menschen in Haiti zu helfen. Rechtzeitig, zum 5. Jahrestag des verheerenden Erdbebens in Haiti. Jedes Mal, wenn einer dieser Newsletter in meinem Posteingang oder Facebook-Feed auftaucht, dreht sich mir der Magen um.

Es ist nicht nur unverantwortlich, sondern ich glaube es ist kriminell von allen Non-Profit-Organisationen, weiterhin um Geld für ein Land zu bitten, wenn sie es bislang versäumt haben, Ergebnisse zu zeigen.

Mehr als 13 Milliarden US-Dollar - MILLIARDEN - wurden vor 5 Jahren für Haiti gespendet und die überwältigende Mehrheit des Geldes wurde nicht dafür verwendet, um für die Menschen nach dem Erdbeben etwas zu verbessern. Es bietet kein besseres Leben für sie. Es wurde nicht effizient genutzt.

Hier ist die unbequeme Wahrheit, über die niemand gerne redet: das meiste Geld das gespendet wurde, wurde verschwendet oder dessen Verbleib ist ungeklärt. Das ist eine unbestrittene Tatsache.

CAN-DO Brueckenprojekt in HaitiBevor ich fortfahre, möchte ich dass Sie verstehen, dass meine Worte heute begründet sind aus den Jahren der Frustration aus der Beobachtung vieler Wohltätigkeitsorganisationen, die Unmengen an Geld bekommen haben, indem sie auf die Tränendrüse der Spender drückten, aber dennoch darin versagt haben, transparent darzulegen, wie sie das Geld verwendet haben oder öffentlich ihre Ergebnisse dokumentierten. Diese Frustration ist der Grund, dass ich vor mehr als 10 Jahren in diese Branche kam. Und es sich nicht viel geändert.

Nun, zurück zum 5. Jahrestag des Erdbebens in Haiti und der groben Fahrlässigkeit von einigen der Leute in meiner Branche, die Lug-und-Trug nutzen, um die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass sie die Spendengelder effizient nutzen. Schämt Euch. Alle von euch.

Schande über jede einzelne Organisation - ob groß oder klein - die zu irgendeiner Zeit in den letzten 5 Jahren vor Ort in Haiti war und die nach wie vor schweigt über den Mangel an Hilfe, den die Haitianer tatsächlich erhalten. Schlimmer noch, Schande über alle jene Gruppen, die in dieser Jubiläumswoche um mehr Geld gebeten haben, obwohl sie keinen konkreten Plan haben, wie dieses Geld verwendet wird.

Brauchen die Menschen in Haiti immer noch Ihre Hilfe? Sie können ihren Allerwertesten darauf verwetten dass sie das tun.

Und wenn Sie in diesem Bereich arbeiten und bislang noch nicht für jene Menschen eintreten, für die Sie behaupten, dort zu sein um ihnen zu helfen, dann müssen sie Ihre Mission zu bewerten.

Wenn Sie das sind, sollten sie sich nicht selbst Mitarbeiter einer gemeinnützigen Hilfsorganisation nennen, denn wenn sie das wirklich sind, dann liegt es in Ihrer Verantwortung, zu sprechen - laut sprechen - darüber, wie übel Haiti ausgeraubt wurde nach einer Katastrophe, die das ohnehin schwache Umfeld des Landes erschüttert hat.

CAN-DO Brueckenprojekt in HaitiMehr als 13 Milliarden US-Dollar wurden gespendet, um einem Land zu helfen, das kleiner ist als der US-Bundesstaat Maryland ist. Es gibt gut ausgebildete Menschen in dieser Industrie und Regierung. Wir wissen was richtig und falsch ist. Es ist Verrat für jeden von uns, der dort gewesen ist und die Wahrheit gesehen hat, zu schweigen.

Es wäre brutal unehrlich zu behaupten, dass 13 Milliarden Dollar effizient ausgegeben wurden oder dass es sogar nur den Eindruck erweckt hat, dass den Menschen dort geholfen wurde.

Wurde der Schutt entfernt? Ja. Gibt es immer noch Zeltstädte? Nur wenige. Aber wir wollen nicht so tun, als wären die Häuser und Leben der Haitianer wieder aufgebaut worden. Das wurden sie nicht. Die meisten Menschen verließen die Zeltstädte und waren gezwungen, in ihre Häuser die immer noch vom Erdbeben beschädigt waren, zu gehen.

Dreizehn Milliarden Dollar wären ein großer Schritt irgendwo auf der Welt, aber es ist eindeutig nicht in Haiti.

Die Wahrheit ist, die Mehrheit der Großorganisationen haben sich in ein Spendensammel-Unternehmen verwandelt, anstatt jenen Menschen ein besseres Leben zu bieten, für die sie diese prunkvollen Hilfs-Galas in erster Linie schmeissen.

Zu viele andere, die in diese Branche kommen, betrachten es als ein Hobby oder eine sich selbst erfüllende Art und Weise, sich auf die Schulter zu klopfen anstatt die Verantwortung und das Privileg zu sehen, die es darstellt. Sie sind eine Stimme für diese Menschen. Verwenden Sie sie.

Das mag für einige von Ihnen hart klingen, aber das wird es nicht mehr, wenn Sie genau so daran denken: wenn es ihre Familie oder Gemeinschaft gewesen wäre, die ausgelöscht wurde, und dann Fremde aus der ganzen Welt Milliarden gespendet haben, um Ihr Haus, Ihr Unternehmen, Ihren Lebensunterhalt wieder aufzubauen - und 5 Jahre später, von all dem Geld fast nichts an kam.... glauben Sie mir: Sie würden kein Blatt vor den Mund nehmen. Sie würden die Presse alarmieren, Sie würden es von den Dächern schreien. Warum schweigen jetzt?

Ich bin in der Regel nicht der Typ, der herumgeht und Menschen zitiert, aber dieses Zitat von Martin Luther King Jr könnte passender nicht sein: "Es kommt eine Zeit, in der Stille Verrat ist."

Er hat Recht. Jede Organisation, die es versäumt hat, Ergebnisse zu liefern oder Spendengelder effizient zu verwenden, um den Menschen in Haiti zu helfen, hat sie verraten. Sie haben Ihre Mission verraten. Sie haben Ihre Spender verraten. Schande über sie. Hören sie auf damit, sich hinter Schlagwörtern wie "Bürokratie" und "Regierungsbürokratie" zu verstecken. Sie haben nichts zu bedeuten. Sie verwenden diese Worte um die Öffentlichkeit zu täuschen und Ihre Aktionen oder den Mangel daran, zu entschuldigen.

Und an die anderen Organisationen, die nachhaltige Hilfe zur Verfügung gestellt haben, bislang aber noch nicht über die CAN-Do Brueckenprojekt in HaitiLügen gesprochen haben, mit der die Öffentlichkeit gefüttert werden und die Krise, die es in Haiti immer noch gibt - auch sie haben sie verraten.

Der Fairness halber - nicht alle Non-Profit- und Hilfsgruppen haben in Haiti versagt - aber bei der Mehrheit war es so. Das ist nicht meine Meinung; es ist eine Tatsache. Wenn Sie mir nicht glauben, buchen Sie einen Flug nach Port-au-Prince und überzeugen Sie sich selbst. Es gibt keine Grauzone.

Fazit: die offensichtlichen Fortschritte, stimmen im Vergleich zu der Gesamtmenge an Geld das gesammelt wurde, nicht überein. Nicht einmal annähernd.

Die Leute sind so ängstlich geworden, für etwas einzustehen was richtig ist. Ich habe mir noch nie ein Blatt vor den Mund genommen oder geschwiegen. Und heute spreche ich für Haiti; Dieses Problem geht weit über dieses eine Land oder diese Katastrophe hinaus.

Dies ist ein chronisches Problem in der Non-Profit-Industrie und niemand sollte Angst vor Vergeltung haben oder davor auf die schwarze Liste gesetzt zu werden, weil er die Wahrheit offen ausspricht.

Es ist okay, manchmal ein wenig verärgert zu sein. Sprechen sie es aus. Handeln sie. Für diejenigen von Ihnen in der Non-Profit-Industrie, die dies bereits tun: ich danke Ihnen. Weiter so!

Und an die Menschen da draußen: spenden sie weiterhin für die Organisation Ihrer Wahl, aber fordern sie mehr als hochtrabende Pressemitteilungen und Kreisdiagramme - verlangen Rechenschaftspflicht, Transparenz und verlangen sie die Ergebnisse zu sehen. Das sollte keine schwere Frage an eine Person oder Gruppe sein, der sie ihr Geld anvertrauen.

Anmerkung der Redaktion: Die in diesem Kommentar geäußerten Meinungen sind ausschließlich die des Autors, Eric Klein. Klein ist Geschäftsführer der CAN-DO.ORG, einer Katastrophenhilfe und Gemeinde-Revitalisierungs 501c3 Organisation.

Über CAN-DO.ORG
CAN-DO ist eine 501 (c) (3) Non-Profit-Organisation, bei der die Geber sich darauf verlassen können, dass der Job erledigt. Von Naturkatastrophen bis hin zu humanitären Krisen bietet die Organisation entscheidende Hilfe für Gemeinden, die es am meisten benötigen - in einer angemessenen und transparenten Weise. CAN-DO ist nicht gebunden an Politik oder Bürokratie und keine Lieferung von lebensrettenden Ressourcen verzögert sich, weil sie in den Wirren der Bürokratie gefangen gehalten wird. Die Organisation ist bestrebt, dauerhafte, selbst tragende Lösungen für Menschen, die einigen der weltweit wichtigsten Probleme gegenüberstehen, zu bieten. CAN-DO operiert in der ganzen Welt und tut was es notwendig ist, um den Job zu erledigen.

Hier finden sie einen Überblick über die seit 2004 weltweit durchgeführten Projekte

Haiti - Brückenprojekt in Carrefore Feuille

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