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Haie in der Karibik

Karibischer RiffhaiEs gab Filme, wie der weisse Hai und ähnliche, welche dem Toursimus weltweit enormen Schaden verursacht haben und in vielen Menschen unauslöschlich bis Heute eine unbegründete und oft auch unerklärliche Angst auslöst.

Sind Haie gefährlich und gibt es solche in der Karibik ?

Natürlich gibt es in der Karibik auch Haie. Auch um die Insel Hispaniola mit den beiden Nachbarstaaten Haiti und Dominikanische Republik gibt es Haie. Sie werden weniger gesichtet als Beispielsweise um Hawaii, Südafrika, Australien oder Beispielsweise Florida. Aber es gibt auch hier Haie.

In der Karibik bekannt sind unter anderem folgende Haie :

    • Tigerhai (Galeocerdo cuvier) 
    • Bullenhai (Carcharhinus leucas), 
    • Kurzflossen Makohai (Isurus oxyrinchus), 
    • Großer Hammerhai (Sphyrna mokarran), 
    • Walhai (Rhincodon typus) 
    • Karibischer Riffhai (Carcharhinus perezi) und einige mehr 

Grosser HammerhaiNur man bekommt sie leider sehr wenig zu Gesicht und das liegt vor allem in der Natur der Haie. Haie sind ängstlich, vorsichtig und haben zudem eine sehr hohe Hemmschwelle sich neuen und unbekannten Objekten zu nähern.

Sie haben ihre ihnen bekannten Beutetiere und dazu gehört nun der Mensch überhaupt nicht. Hinzu kommt das bereits 400 Haiarten vom Aussterben bedroht sind und auf der roten Liste aufgeführt sind. Sind sie aber gefährlich ?

Ein Blick in die Statistik:

1. Jedes Jahr sterben allein in Deutschland rund 110.000 Menschen an den Folgen des Rauchens

2. Jedes Jahr sterben allein in Deutschland rund 20.000 Menschen an der Grippe

3. Jedes Jahr sterben allein in Deutschland ca. 5.000 Menschen durch Verkehrsunfälle

4. Jedes Jahr sterben allein in Deutschland ca. 20 Menschen durch Bienen-, Wespen- oder Hornissenstiche

5. Jedes Jahr sterben allein in Deutschland ca. 9 Menschen durch Handwerkzeuge mit Kraftantrieb oder elektrische Haushaltsgeräte

6. Jedes Jahr sterben allein in Deutschland ca. 5 Menschen durch Blitzschlag

BullenhaiIm Jahr kommt es weltweit ungefähr zu 50-75 Unfällen mit Haien, davon enden rund 15 % tödlich = etwa 10 Todesfälle im Jahr weltweit.

Das zeigt das Bienen und Wespen mehr Opfer allein in Deutschland verursachen als die Haie weltweit. Und die meisten dieser tödlichen Unfälle enden so, weil ein Fehlverhalten vorliegt oder dies beinahe provoziert wurde. Kurzum ist es auf der Insel Hispaniola eher möglich von einer fallenden Kokosnuss schwer getroffen zu werden, als das man einen Hai nur zu Gesicht bekommt.

In der Regel bekommt ein normaler Schwimmer, ausser in den wirklich als gefährlich deklarierten Stränden, von welchen es weder in Haiti noch in der Dominikanischen Republik einen gibt, je einen Hai zu Gesicht.

Taucher suchen sogar spezielle Gebiete auf um diese seltenen und scheuen Tiere zu finden und zu filmen, weil sie faszinierende und immer noch viel zu wenig erforschte Meerestiere sind. Und gerade so beschriebene sensationslüsterne Filme wie der Weisse Hai und Co haben kaum dazu beigetragen, dass man diese Tiere besser versteht.

Kurzflossen MakohaiHaie scheuen sich vor unbekannten Objekten und vermeiden es sich selbst verletzen zu können. Und ein Hai ist nicht einfach Hai – es gibt zu viele Arten und Lebensformen. Das wäre gleich wie wenn man sagen würde alle Hunde sind gleich.

Darum ist auch die weit verbreitete Meinung, der Weisse Hai (Carcharodon carcharias) sei der gefährlichste aller Haie und gehe auf alles los, einfach grundlegend falsch. Oftmals wird angenommen, dass der Weiße Hai für die meisten Angriffe auf Menschen verantwortlich ist. Aber dem ist nicht so (mehr zum Weißen Hai unter Angriffe auf den Menschen). Die meisten Angriffe registrierte man vom Bullenhai (Carcharhinus leucas). Auch Unfälle mit Tigerhaien (Galeocerdo cuvier) und Blauhaien (Prionace glauca) sind bekannt. Kaum einer mit einem weissen Hai.

Es sind nur sehr wenige Angriffe mit Hammerhaien (Sphyrna mokarran) oder Makohaien (Isurus oxyrinchus) registriert, auch wenn diese Arten laut Umfragen zu den vermeintlich gefährlichsten Haiarten gezählt werden.

TigerhaiMenschen und deren Fleisch passen überhaupt nicht zum Beute- und Fress-Schema von Haien. Und in der Dominikanischen Republik wurde in den letzten Jahren gerade ein Fall publik, wo ein Hai einen jungen Mann tödlich verletzt haben soll. Dies direkt bei der Hauptstadt Santo Domingo. Leider können solche Unfälle nur schwer analysiert werden, da meist wieder eine Sensationspresse die Meldung verfälscht und kaum objektiv berichtet.

Nur im Normalfall wird ein Hai nie einen Menschen angreifen. Im August 2008 haben Fischer in der Dominikanischen Republik einen Hai gefangen der enorme Ausmasse gehabt haben soll. Sechs Stunden habe man gebraucht um den Hai einzubringen nach dem man mehrere Wochen schon damit verbrachte ein solches Tier aufzuspüren.

Andere wiederum fingen Haie um sie Touristen als Attraktion vorzuführen und es tat einem mehr der Hai leid, als etwas anderes.

WalhaiDie Wahrscheinlichkeit das man einem Hai begegnet ist so minimal, das man unwahrscheinlich sagen kann. Das man dabei angegriffen wird, bedingt grobes Fehlverhalten wie anlocken durch Futter. Ausgenommen sind da vielleicht Surfer, weil diese von den Augen der Haie schwerer identifiziert werden können. Doch betrachtet man wie viele Tausend Surfer jedes Jahr durch die Wellen gleiten und scheinen aber als Beute nicht in Frage zu kommen.

Vergessen sie solche Schundfilme die Tiere als Bestien deklarieren und konzentrieren Sie sich lieber darauf, dass sie nicht unter einer Kokospalme schlafen, denn die Gefahr das sie von einer Nuss getroffen werden ist um ein vielfaches höher, als das sie jemals einen Hai selber sehen werden.

Kurzum nicht die Haie sind die Gefahr - sondern ein faszinierendes Lebewesen das man mit fragwürdigen Filmen in ein Cliche gezogen hat, welches man schon strafbar nennen muss.

Weiterführende Links:

Der gefaehrlichste aller Haiarten - der GeldhaiHaivorkommen

Haiangriffe

48 registrierte Haiarten in der Karibik

Haie in der Karibik fotografiert

Der gefährlichste aller Haie in der Dominikanischen Republik: Der Geldhai - der ist aber an Land bedeutend häufiger als im Wasser anzutreffen.....