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Dominikanische Republik: wem dienen Scheinbauten?

Screen Shot 2017 07 13 at 9.58.25 AMSanto Domingo.- Seit dem vergangenen Wahlkampf kennt man Danilo Medina auch als „Bändchen – Präsidenten“. Nein, die Identifizierungsbänder der AI-Resorts sind nicht gemeint. Wir reden von den Bändern in Nationalfarben. Sie präsentieren den Nationalstolz und werden bei Einweihungen und Eröffnungen symbolisch durchtrennt. Das Barometer zeigt fallende Tendenzen, die Beliebtheit des Staatsoberhauptes bei der Bevölkerung nimmt ab.

Korruptionsskandale, Probleme in der Infrastruktur, mangelnde Sicherheit, hohe Arbeitslosigkeit, Probleme sind offensichtlich und schon lange glaubt man nicht mehr die Propagandameldungen von der Regierung. Fühlbar und spürbar nimmt die Kriminalität zu, da kann man rechnen wie man will, man muss die Zahlen anzweifeln, denn es fehlt jeder Bezug. Das Verbrechen hat um „x“ % abgenommen? Wo, wie und wann?

Helfen da die vielen Eröffnungszeremonien, wenn der Präsident zeigen will, dass seine Regierung der Bevölkerung etwas „gibt“? Auch das geht nun nach hinten los, immer mehr „Scheinbauten“ sind fertig gestellt, werden in der Presse, im Social Media und auf Regierungs-Webseiten ausgeschlachtet. Eine Schule eröffnet, ein neues Aquädukt, ein Krankenhaus. Die Liste ist lang, doch was passiert? Nichts, oft ist nach der Einweihungsparty das Gebäude wieder verschlossen. Ein Scheinbau, die Schule hat keine Einrichtung, es fehlen Lehrer.

Die Krebsklinik in Santo Domingo? Fast ein Jahr stand sie nach der Einweihung leer, es fehlte die Ausstattung. Das Aquädukt bei Barahona? Ja, Wasser kann es speichern, aber wie kommt das Wasser zum Verbraucher wenn das Rohrnetz noch fehlt? Vor 2 Monaten war Medina in Montecristi, übergab vollmundig den Bewohnern das dringend benötigte Provinzkrankenhaus. Seither wurde nicht ein Patient behandelt, kein Notfall konnte hier Erste Hilfe bekommen. Nach wie vor müssen gerade schwer Erkrankte den langen Weg nach Santiago antreten, es gibt für sie in Montecristi keine ausreichende medizinische Versorgung.

Laut OISE (Oficina de Ingenieros Supervisores de Obras del Estado) wurden 91 Millionen RD$ für den Bau und die Ausrüstung ausgegeben in das Diagnose- und Erste-Hilfe Zentrum investiert. Das Gesundheitsministerium meldet aus seiner Provinzfiliale: die Einrichtung funktioniert nicht, mangels Personal und Ausstattung. Ob man sich einen Gefallen tut, mit diesen „Blendern“? Aus der Ferne mag man ja glauben dass wirklich etwas passiert. Die betroffenen Personen in der Nähe machen aber eine andere Erfahrung, eine schmerzliche: Nur Versprechungen, keine Hilfe, nur Show. Da diese Erfahrungen viele Bürger in den unterschiedlichsten Provinzen machen glaubt auch kaum jemand noch, was in der Ferne geschieht. Obwohl, so fair muss man sein, das eine oder andere Bauwerk tatsächlich seinen Bestimmungen entsprechend verwendet werden kann.