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Dominikanische Republik: Die wahren Probleme werden nicht gesehen

JCE5Santo Domingo.- Als sich die US-Regierung erdreistet hatte von ihrem Recht Gebrauch zu machen, war man in der Dominikanischen Republik brüskiert. Wir reden von dem Entzug des privaten und diplomatischen Visum von Roberto Rosario. Der PLD-Politiker ist Präsident der Zentralen Wahlvereinigung (JCE). Ob es die Evangelische Kirche war, oder Politiker der PLD, Außenminister Miguel Vargas, sie alle fühlten sich beleidigt. Man darf davon ausgehen, dass die USA sicher eindeutige Gründe hatten zu diesem Schritt, man muss sich nur an die vergangenen Wahlen erinnern.

Es gab zu viele Hinweise auf Manipulationen, es gab mehr gezählte Stimmen für Politiker als der Wahlkreis Bewohner hatte (!). Wir reden hier nicht von den dann noch weniger existierenden Wahlberechtigten. Dies war zum Beispiel der Fall bei Senator Felix Bautista, einer der umstrittensten Politiker mit Korruptionshintergrund. Das Volk begehrte auf, man fand nicht ausgewertete Stimmzettel, natürlich Stimmzettel wo für die Opposition gestimmt wurde. Es gab wochenlange Demonstrationen gegen die Einrichtung JCE und speziell gegen Rosario. Man forderte den Rücktritt. Nichts passierte. Bis nun die Vereinigten Staaten mit diesem Akt eine Welle des Protestes in der dominikanischen Politiker- und Pressewelt ausgelöst haben. Seit 10 Tagen immer wieder Schlagzeilen zu dem Thema.

Die Presse geht auf das Spiel der Regierung ein, denn warum widmet man sich nicht der Berichterstattung zu wirklichen Problemen? Welche/n Dominikaner/in interessiert das US-Visum von Rosario? Viel mehr möchte man doch sicher wissen warum seit 2012 noch immer Politiker und andere Personen, denen Korruption nachgewiesen wurde, straffrei ausgehen. Hatte Medina nicht bei seiner ersten Wahl (2012)versprochen die Korruption zu bekämpfen, der Wurzel allen Übels?

Warum gibt es noch immer Stromdefizite, wo doch auch hier seit Jahren eine Lösung angekündigt wird. Dennoch, man verfolgt weder Stromdiebe noch Verbrecher die Stromzähler manipulieren. Warum berichtet man nicht über die Fälle von verschwundenen Personen und Kindern? Schon vor mehr als 10 Jahren gab es eine Welle von verschwundenen Kindern. Einige Leichen fand man, allen Leichnamen waren Organe entnommen worden. Satanistische Hintergründe? Organhandel?

Erst vor Kurzem fand man wieder ein Mädchen, wieder waren Organe entnommen worden. Sogar das FBI ermittelt, mehr als 10 Kliniken im Visier der Ermittler. Was erfährt man? Nichts. Verbrechen und Kriminalität, diese Bereiche beschäftigen die Bevölkerung mehr als Arbeitslosigkeit, Gewalt gegen Frauen und viele andere brandheiße Themen die man einfach ausblendet. Statt dessen beschäftigt man sich um ein Visum welches einem Politiker entzogen wurde. Das nennt man: Prioritäten setzen.

Ein weiteres Thema wären Ausländer und Rassismus. Geht es um illegale Einwanderer, werden Haitianer zu Tausenden abgeschoben. Eine soziale Not in ihrer Heimat erkennt man nicht an. Nun trifft es ein anderes Nachbarland, Venezuela. Da zeigt man ein ganz anderes Verhalten. Tausende Venezolaner sind hier in einem "Flucht-Urlaub", müssen nun ihren Aufenthalt mit Arbeit finanzieren. Es gibt keine Verfolgung gegen die illegalen Arbeiter. Egal ob Prostituierte, Hausmädchen oder Verkäuferin oder Küchenhilfe. Im Gegenteil wenn eiN Venezolaner um eine vorrübergehend um eine Arbetisgenehmigung bittet, dann bekommt er sie. Ein löbliches Verhalten, doch warum hat man so wenig Verständnis bei Haitianern? 

Nicht jeder Venezolaner ist ehrlich. Bei dem Überfall auf einen Werttransporter (2 Tote und 1 Verletzter) soll ein Venezolaner beteiligt gewesen sein. Bei der neuen Verbrechenswelle in Boca Chica hat man eine Bande Venezolaner festgenommen. Auch diese Probleme werden nicht gesehen.