Menu

Zu Besuch bei NPH Haiti

  • Kategorie: NPH

NPH_Projektkoordinatorin fuer Haiti Sonja SmolkaSonja Smolka, die NPH-Projektkoordinatorin für Haiti hat im Oktober die Projekte und Kinderdörfer von NPH in Haiti besucht. Sie berichtet von vier wichtigen Stationen:  Aus dem NPH-Kinderkrankenhaus St. Damien in Tabarre, dem Kinderdorf St. Hélène in Kenscoff, den NPH-Straßenschulen, sowie dem „Engel des Lichts“-Programm.

 

NPH-Kinderkrankenhaus St. Damien

„Seit meiner letzten Reise im Oktober 2012 hat sich in unserem Kinderkrankenhaus vieles geändert. Vor allem die Budgetkürzungen haben uns zu schaffen gemacht, doch ich war erfreut zu sehen, dass bei der Qualität trotzdem keine Abstriche gemacht wurden. Phadoul, der Administrator des Krankenhauses betont, dass es nph wichtig ist, den Menschen in Haiti dieselbe medizinische Versorgung zuteil werden zu lassen wie es zum Beispiel in Europa der Fall ist.

Daher ist nph haiti auch nicht bereit, auf Medikamente minderer Qualität zurückzugreifen, wie sie für Entwicklungsländer vielfach angeboten werden. Es werden weiterhin nur qualitativ hochwertige Medikamente aus den USA und Deutschland importiert. Die finanzielle Krise ist dennoch spür- und sichtbar: Wir sind nicht mehr in der Lage, dieselbe Anzahl an Kindern medizinisch zu versorgen, obwohl wir die Strukturen und das Personal dafür hätten.“

Pater Richard beschreibt die Situation im Video „Not one be lost - niemand wird zurückgelassen“ so treffend:

 

“Diesen Anblick kann ich nicht vergessen.”

Colerastation im St. Damien Kinderkrankenhaus„Ein weiteres Problem, mit dem NPH in Haiti zu kämpfen hat, ist die Cholera. Dadurch dass es im Oktober sehr viel geregnet hat, sind die Patientenzahlen drastisch gestiegen. Bereits seit dem Vorjahr wurden einige Cholera-Behandlungszentren in Haiti geschlossen, meistens weil diese in erster Linie auf Nothilfe ausgelegt waren und die internationalen Hilfsorganisationen den Betrieb langfristig nicht finanzieren konnten.

Das bedeutet, dass viele Mütter und Väter sehr lange Strecken mit ihren Kindern zurücklegen müssen, um in unser Krankenhaus zu gelangen. Leider ist es bittere Realität, dass einige zu spät kommen. Bis zu 21 kleine Körper haben wir jeden Tag in der Kapelle neben unserem Krankenhaus beerdigt. Zu viele kleine, leblose Körper, deren Anblick ich nicht vergessen kann.“

Im Kinderdorf St. Hélène

„Ich fahre immer wieder gerne nach Kenscoff (10 Kilometer südöstlich von Port-au-Prince, Anm.); das Kinderdorf in den Bergen hat einen sehr eigenen Charme. Es war mir wichtig zu sehen, wie es um die Trinkwasseranlage steht, die wir im letzten Jahr installiert haben. Der Arzt Dr. Ernesto teilte uns mit, dass er jede Woche Wasserproben im Labor des St. Damien Krankenhauses testen lässt. Die Resultate belegen, dass die Trinkwasserqualität exzellent ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Verantwortlichen im Kinderdorf nun völlig selbstständig die Trinkwasseranlage bedienen können, ohne auf technische Experten angewiesen zu sein.

Aus Gesprächen mit Schwester Bonite, der Leiterin des Kinderdorfes, wurde mir klar, wie viele Sorgen auf ihr lasten. Natürlich ist das knappe Budget immer wieder ein Thema, vor allem weil die Lebensmittelpreise jährlich steigen. Außerdem besteht in einigen Häusern dringender Renovierungsbedarf, eine Schutzmauer wird benötigt, um Einbrüche zu verhindern, und die Kinder brauchen neue Kleidung. Ich habe ihr versprochen, dass wir unser Bestes geben werden, um ihnen zu helfen.“

Ein neues Zuhause entsteht

NPH Strassenschulen in Haiti„Die St. Luc-Stiftung, 2001 aus den Programmen von nph hervorgegangen, betreibt 27 Straßenschulen in Haiti. Einige davon befinden sich in der Hauptstadt Port-au-Prince, im Großraum Cité Soleil, andere in den Provinzen, 100 bis 300 Kilometer von Port-au-Prince entfernt. Die Schulen im Elendsviertel Cité Soleil entsprechen leider noch nicht dem Standard, den wir uns wünschen – zum Beispiel wäre eine dringende Renovierung der sanitären Anlagen notwendig.

In den Provinzen sieht es anders aus: Der Begriff „Straßenschule“ wird diesen Einrichtungen in keiner Weise gerecht. Die 2012 gebauten Schulen haben helle Klassenräume und große Pausenhöfe. Und die Kinder dort sind wesentlich entspannter als in Cité Soleil. Da die Menschen auf dem Land ebenfalls sehr arm sind, kommen diese Schulen jenen Familien zugute, die nicht in der Lage sind die Schulgebühren und Uniformen,  die andere Schulen fordern, zu bezahlen. NPH und der St. Luc-Stiftung ist es ein großes Anliegen, in den Provinzen Bildungseinrichtungen und Arbeitsplätze zu schaffen, um auf diese Weise weiterer Landflucht und zunehmender Slumbildung in der Stadt entgegenzusteuern.“

Hilfe braucht Helfer: Die Finanzierung der Kinderdörfer und Projekte von NPH geschieht vorwiegend durch private Spenden. Deshalb ist die Organisation auf Freunde, Förderer und wohltätige Menschen angewiesen.

Direkt und transparent können Sie die Einrichtungen von NPH über den Online-Spenden-Shop MyGoodShop unterstützen. Herzlichen Dank!

© NPH Deutschland