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Pater Richard Frechette – seit 27 Jahren im Einsatz für die Menschen in Haiti

  • Kategorie: NPH

Pater Rick Frechette - Leiter von NPH HaitiAuf den ersten Blick kann man ihn sich ohne weiteres als Hollywood-Schauspieler vorstellen: die Haut ist gebräunt, ein entschlossenes Kinn, die Augen zusammengekniffen wie der berühmte George Clooney.

 

Der Priester und Arzt Richard Frechette ist eine Berühmtheit in Haiti, bekannt dafür, als eine der letzten Möglichkeiten zu jeder Zeit des Tages oder Nachtzeit bezeichnet zu werden. Der Vergleich mit einem amerikanischen Helden endet hier. "Vater Rick" ist so bescheiden wie seine Größe beeindruckend ist.

Pater Frechette - seit 27 Jahren im Einsatz fuer HaitiVor 27 Jahren beschloss er, sich bei "Unsere kleinen Brüder und Schwestern - Nos petits frères et sœurs - NPH", einem in mehreren Ländern präsenten Kinderhilfswerk, den Ärmsten zu widmen und die haitianische Regionalstelle zu schaffen. Heute beherbergt NPH Haiti rund 600 Waisen, unterrichtet tausende Kinder und behandelt jährlich an die 60.000 Kinder im St. Damien-Kinderkrankenhaus in Tabarre in der Nähe von Port-au-Prince.

Jeder Notfall wird angenommen

Aufgestanden um 5 Uhr, bearbeitet Vater Rick zunächst gut eineinhalb Stunden die ersten Mails. Um 7 Uhr ist die Messe. Dann kommt das Unbekannte…“Ich weiß nie, was der Tag mir bringt“, sagt er lächelnd.

Ein ausländischer Priester erlitt einen Herzinfarkt? Man brachte ihn zur ihm zur Behandlung. Hochwasser überflutet die Insel? Er ist der erste vor Ort. „Meine Arbeit wird dringend benötigt“, so begründet er, dass er immer mit dem Motorrad unterwegs ist und in einem kleinen Zimmer im ersten Stock des St. Damien Kinderkrankenhauses schläft.

Als Arzt im Einsatz im St. Damien KinderkrankenhausVor einigen Jahren hat er sein Medizinstudium fortgesetzt, um den Mangel an Ärzten auf der Insel zu lindern. Seine Aufgabe blieb aber nicht ohne Herzschmerz. Am 12. Januar 2010, während er in den Vereinigten Staaten am Krankenbett seiner Mutter saß, die an Krebs litt, erschütterte ein Erdbeben Haiti. Sie befahl ihm, sie sofort zu verlassen.

Er erfüllte ihren Wunsch, gibt aber zu: „Ich fühlte Zorn gegen Gott, es schien mir nicht fair zu sein, meine Mutter nach all den Jahren der Abwesenheit zu verlassen.“

Mit Würde begleiten

Sie war es auch, die ihn die "lebendige Kraft" des Gebetes gelehrt hat, während der ersten großen Tragödie seiner Kindheit, sagt er. Er war 10 Jahre alt, als sein Vetter, drei Jahre jünger als er, starb. Eine gewöhnliche Blinddarmentzündung, die zu einem Drama wurde, weil der Anästhesist betrunken war... Seine Mutter veranlasste ihn und seine fünf Geschwister dann den Rosenkranz zu beten und auch sie selbst schloss sich dem Gebet an.

Der Tod ist sein täglicher BegleiterJahre später, konfrontiert mit den täglichen Tragödien, einschließlich der Cholera-Epidemie, die dem Erdbeben 2010 folgte, schrieb Pater Frechette ein Gebet, welches er während jeder Messe für die Toten rezitiert. Die Begleitung der Menschen auf ihrem letzten Weg, ist von grundlegender Bedeutung für die religiöse der Kongregation der Passion von Jesus Christus – geschaffen im achtzehnten Jahrhundert in Italien. Oftmals scheitern die Körper der Ärmsten schon an der öffentlichen Leichenhalle, um in Würde begraben zu werden nachdem sie in den Leichensack gelegt wurden.

Mutig verhandelt er vor allem auch mit den Bandenführern der Slums - Richard Fréchette muss als Ausländer keine Angst haben. Dennoch hat auch ihn die Entmutigung ihn bereits mehrfach erfasst. "In den meisten Fällen, schlafe oder esse ich genug, um Kraft zu tanken. Aber manchmal liegen die Ursachen tiefer. Dann wende ich mich an eine Person, die mehr als ich leidet, um mich in die Gegenwart zurückzuholen."

Sich von Lebensfreude tragen lassen

Pater Rick Frechette - NPH Haiti„Die Haitianer inspirieren mich. Sie haben einen starken Charakter, Würde und eine unglaubliche Lebensfreude“, sagt Pater Frechette voll Stolz, wenn man erwähnt wie sehr ihn die Menschen lieben. Er erzählt davon wie erstaunt die UN-Soldaten unmittelbar nach dem Erdbeben waren, als sie die Hymnen der Haitianer – eine Mischung aus Klage und Hoffnung – hörten, die sich aus den Trümmern erhoben.

Er kann weder die Schwierigkeiten noch die Schrecken leugnen, erzählt er wie ein offenes Buch. Aber "wenn man den Weg geht, der Leben schenkt, sowohl anderen als auch sich selbst, dann gibt einem das Energie. In Haiti ist die Belastung hoch, aber es ist keine Last", sagt einer, der inzwischen zutiefst wie ein Haitianer fühlt.